Die Teilzeitarbeit unter den Lehrpersonen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland hat im Schuljahr 2024/2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden arbeiteten von insgesamt 752.100 Lehrkräften 44 Prozent in Teilzeit. Damit stieg die Quote im Vergleich zum Vorjahr (43 Prozent) weiter an.
Frauen besonders häufig in Teilzeit
Deutliche Unterschiede zeigen sich nach Geschlecht: Die Teilzeitquote bei Lehrerinnen lag bei 51 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie bei den männlichen Lehrkräften (23 Prozent). Insgesamt ist die Teilzeitquote im Lehrberuf damit deutlich über dem Durchschnitt anderer Berufe: Über alle Wirtschaftsbereiche betrug der Anteil der Teilzeitbeschäftigten rund 31 Prozent.
Regionale Unterschiede und Altersstruktur
Die Verteilung zwischen den Bundesländern ist auffällig: In Stadtstaaten und einigen westlichen Ländern ist Teilzeitarbeit häufiger, in anderen Ländern weitaus seltener. Zahlenbeispiele:
- Hamburg: 55 Prozent der Lehrkräfte in Teilzeit
- Bremen: 52 Prozent
- Thüringen: 23 Prozent
- Sachsen-Anhalt: 24 Prozent
Zugleich zeigt die Altersstruktur des Lehrpersonals eine deutliche Alterung: Mehr als jede dritte Lehrkraft war im Schuljahr 2024/2025 mindestens 50 Jahre alt. Die Aufschlüsselung:
| Altersgruppe | Anteil |
|---|---|
| 50–59 Jahre | 25 Prozent |
| 60 Jahre und älter | 10 Prozent |
| Unter 35 Jahre | 20 Prozent |
„Im Vergleich dazu fällt der Anteil der jüngeren Lehrkräfte geringer aus“, erklärten die Statistiker.
Folgen für Schulen, Eltern und Politik
Die Kombination aus hoher Teilzeitquote, starkem Frauenanteil und einer alternden Lehrerschaft hat praktische Folgen: Stundenpläne, Vertretungsorganisation, Fortbildungsplanung und die Gewinnung von Nachwuchs werden anspruchsvoller. Teilzeitmodelle bieten zwar Flexibilitaet und können die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, sie erhöhen aber auch den Koordinationsaufwand in Schulen, weil mehr Stellen anteilig besetzt werden muessen.
Besonders relevant ist das für Eltern und Lernende: Schulen müssen häufiger mit gestuften Vertretungen arbeiten oder Teamteaching organisieren, was die Kontinuitaet im Unterricht beeinflussen kann. Aus Sicht der Personalplanung sollten Schultraeger und Bildungsministerien daher sowohl Anreize zur Vollzeitarbeit als auch Konzepte zur attraktiven Gestaltung von Teilzeitstellen entwickeln – etwa durch klarere Stundenschnitte, Job-Sharing-Modelle und bessere Planbarkeit von Ferien- und Fortbildungszeiten.
Die Daten zeigen ausserdem starke regionale Unterschiede bei der Altersstruktur: In Sachsen-Anhalt war gut die Hälfte (51 Prozent) der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, in Mecklenburg-Vorpommern 47 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil der älteren Lehrkräfte im Saarland (29 Prozent) und in Bremen (30 Prozent).
Für die Bildungsverwaltung bedeutet das: Personalstrategien muessen bundeslandspezifisch ausgerichtet werden. In Ländern mit hohem Altersdurchschnitt sind Generationenwechsel und zielgerichtete Nachwuchsgewinnung dringlicher. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie neben Quantität auch Qualität gesichert werden kann – etwa durch gezielte Fortbildungen, angepasste Arbeitszeitmodelle und langfristige Planung von Pensionierungen und Neueinstellungen.
Die Statistik gibt einen aktuellen Lagebericht, sie ersetzt jedoch keine Lösungen. Eltern und Lehrpersonen sollten die Ergebnisse als Grundlage für Gespräche mit Schulaufsicht und Trägerschaften nutzen, um die Unterrichtsorganisation in ihren Gemeinden zukunftsfest zu gestalten.