Ein Fechtturnier, das Grenzen überwindet
Zum hundertjährigen Bestehen der Internationalen Bodenseefechterschaft (IBF) verwandelte sich an einem Samstag eine Autofähre zwischen Konstanz und Meersburg in die wohl aussergewöhnlichste Fechtarena Europas. Organisiert wurde der Anlass massgeblich von der Fechtgesellschaft Schaffhausen, die das Jubiläum als internationales Begegnungsfest ausweist.
Insgesamt nahmen laut Veranstaltern rund 250 Fechterinnen und Fechter teil; vertreten waren Sportsleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Format ging über einen normalen Wettkampf hinaus: Ausgeloste, binationale Zweier-Teams stellten die gewohnten Vereins- und Nationalgrenzen in Frage und setzten damit ein bewusstes Zeichen für Zusammenhalt und Austausch.
Logistische Herausforderung und ehrenamtlicher Aufwand
Die Durchführung auf einer Fähre stellte das Organisationskomitee vor erhebliche Hürden. Kurz vor dem Anlass fielen in Konstanz zwei Fähren aus, sodass das ursprünglich vorgesehene Schiff kurzfristig den Linienbetrieb übernehmen musste. Dank der Unterstützung der Stadtwerke Konstanz konnte die Veranstaltung dennoch stattfinden. Für die Umsetzung investierten die Verantwortlichen nach Angaben der Organisatoren über 1'500 ehrenamtliche Arbeitsstunden.
- Teilnehmende: rund 250 Fechterinnen und Fechter
- Länder: Deutschland, Österreich, Schweiz
- Ort: Autofähre auf dem Bodensee (Konstanz–Meersburg)
- Organisation: Fechtgesellschaft Schaffhausen, IBF
Der ungewöhnliche Wettkampfmodus förderte rasch neue Partnerschaften: Teilnehmende, die sonst gegeneinander antreten, bildeten spontan Teams und traten gemeinsam an. Dieser Ansatz entspricht der Leitidee der IBF, Menschen über den Sport zu verbinden.
„Nicht gegeneinander – sondern miteinander“
Was bedeutet das für Schaffhausen?
Für den Kanton Schaffhausen stärkt ein solcher Anlass das regionale Profil im Fechtsport und fördert grenzüberschreitende Beziehungen. Die Fechtgesellschaft Schaffhausen demonstrierte Organisationstalent und Bereitschaft zu internationaler Zusammenarbeit – beides Faktoren, die lokal zu einem nachhaltigeren Austausch mit Clubs in der Bodenseeregion beitragen können. Für Teilnehmende und Zuschauer blieb der Tag wegen der ungewöhnlichen Kulisse und des Gemeinschaftscharakters besonders in Erinnerung.
Praktisch lohnt sich für Sportinteressierte aus der Region die Aufmerksamkeit auf lokale Fechtangebote und auf künftige Veranstaltungen der IBF: Solche Projekte öffnen Möglichkeiten für Austausch, Trainingspartnerschaften und gemeinsame Turniere in der Dreiländerregion.