Hamburgs Abiturjahrgang 2026 hat seine Abschlüsse nochmals verbessert: Nach vorläufigen Angaben liegt der durchschnittliche Notendurchschnitt bei 2,34. Insgesamt haben 9'576 junge Frauen und Männer das Abitur bestanden, 302 mehr als im Vorjahr und damit so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Angetreten waren 9'992 Kandidierende, was einer Bestehensquote von 95,8 Prozent entspricht.
Was die Zahlen bedeuten
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) bewertete die Entwicklung als positiv und verwies auf die fast 20-jährige Praxis des Zentralabiturs in Hamburg sowie die seit einiger Zeit genutzten bundesweiten Aufgabenpools. Die aktuelle Schnellerhebung zeigt eine stabile Verbesserung über mehrere Jahrgänge hinweg; bei der Interpretation ist jedoch zu beachten, dass es sich um vorläufige Zahlen handelt.
- Durchschnittsnote gesamt: 2,34
- Bestanden: 9'576 (von 9'992 angetretenen)
- Bestehensquote: 95,8 %
- Anteils Frauen im Jahrgang: 52 %
Unterschiede nach Schulform und Spitzenbewertungen
Die Auswertung unterscheidet nach Schulformen: An den Stadtteilschulen liegt der Durchschnitt bei 2,53, an den Gymnasien bei 2,22 und an den beruflichen Gymnasien bei 2,48. Damit zeigen sich weiter bestehende Leistungsunterschiede, die für die Schulentwicklung und Beratungsangebote relevant sind.
Die Zahl der Bestnoten hat zugenommen: Insgesamt wurden dieses Jahr 252 Mal die Bestnote 1,0 vergeben (Vorjahr: 231). Besonders auffällig ist die Verteilung auf einzelne Schulen:
| Schule | Anzahl 1,0 |
|---|---|
| Gelehrtenschule des Johanneums | 11 |
| Gymnasium Ohmoor | 11 |
| Gymnasium Oberalster | 8 |
| Luisen-Gymnasium Bergedorf | 7 |
Geschlechterverteilung bei Spitzenleistungen
Bei den Bestnoten zeichnet sich eine Annäherung zwischen den Geschlechtern ab: Während 2024 noch 64,4 % der 1,0er-Absolventinnen weiblich waren, lag der Anteil 2025 bei 60,2 % und im aktuellen Jahrgang bei 56 %. Insgesamt bleiben die Leistungen der Mädchen im Mittel weiterhin besser als jene der Jungen, so die Bildungssenatorin.
„Das ist eine gute Entwicklung“, sagte Bekeris bei der Vorstellung der Schnellerhebung im Rathaus.
Zu den Fachnoten wird in der Schnellerhebung angegeben, dass sich die schriftlichen Durchschnitte im Fach Deutsch leicht verbessert haben; die dortigen Zahlen sind in der vorliegenden Zusammenfassung jedoch nicht vollständig ausgewiesen. Die Hamburger Bilanz ist ein Indikator dafür, wie sich Zentralabitur und gemeinsame Aufgabenpools auf Vergleichbarkeit und Leistungsskala auswirken – ein Thema, das auch auf nationaler Ebene diskutiert wird.
Für Eltern und Schulen bleibt wichtig:
- Beratung und individuelle Förderangebote sind weiterhin zentral, gerade in Schulformen mit höheren Durchschnittsnoten.
- Die Zunahme von Bestnoten wirft Fragen nach Leistungsstreuung und Auswahlprozessen an einzelnen Schulen auf.
- Voranmeldungen und Nachmeldungen zur endgültigen Statistik sollten abgewartet werden, bevor weitreichende Schlussfolgerungen gezogen werden.
Die vorliegenden Angaben stammen aus einer Schnellerhebung, die Bildungssenatorin Ksenija Bekeris im Rathaus vorgestellt hat. Endgültige, detaillierte Auswertungen werden zu späteren Zeitpunkten erwartet.