Praktische Demonstration in Zug: Produkte für den Kreislauf entwerfen
In Zug versammelten sich Ende vergangener Woche zahlreiche Interessierte vor dem Zugorama, um über die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft zu informieren. Veranstalter waren die GLP Kanton Zug gemeinsam mit V‑ZUG, dem Institut für Wissen, Energie und Rohstoffe Zug (WERZ) der Ostschweizer Fachhochschule und GGZ@Work. Der Anlass kombinierte eine Betriebsführung mit einer anschliessenden Podiumsdiskussion und einem Apéro.
Bei der Besichtigung erläuterte Marc Vetterli von V‑ZUG am konkreten Beispiel einer Waschmaschine, wie das Unternehmen Produkte so gestaltet, dass sie langlebig und reparierbar sind. Ziel ist es, Komponenten am Ende der Nutzungsdauer möglichst vollständig zurückzuführen und wiederzuverwenden – statt sie als Gemisch über Sammelstellen zu entsorgen.
Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in Prozesse, die heute bereits funktionieren, aber auch in Problembereiche: Während Metalle gut recycelbar sind und sich herkömmliches Schreddern bewährt hat, stellt die Rückgewinnung von Kunststoffen eine grössere Herausforderung dar. Ursache ist, dass viele Kunststoffe nicht sortenrein vorliegen und sich dadurch schwer aufbereiten lassen.
- V‑ZUG: Demonstration der Kreislaufprinzipien in der Produktion.
- WERZ (OST): Wissenschaftliche Begleitung und Kontextualisierung.
- GGZ@Work: Einbindung der Zweitarbeitsmarktkräfte in Demontage- und Aufbereitungsprozesse.
Ein konkretes Pilotprojekt wurde während des Abends vorgestellt: In Kooperation zwischen V‑ZUG und GGZ@Work demontierten Menschen aus dem zweiten Arbeitsmarkt Waschmaschinen, wobei gezeigt werden konnte, dass sich die Einzelteile effektiv sortenrein aufbereiten lassen. Dies belegt, dass soziale Integration und technische Kreislaufprozesse miteinander verbunden werden können.
Podiumsteilnehmende wie Felix Rost und Anita Schillinger stellten ergänzende Perspektiven vor: Rost skizzierte wissenschaftliche Erkenntnisse und verbreitete Missverständnisse rund um das Thema Kreislaufwirtschaft, Schillinger berichtete über die praktischen Erfahrungen mit der Zusammenarbeit und deren Erfolg im Pilot.
Aus Sicht der anwesenden Vertreter von V‑ZUG besteht die Vision darin, Produkte von Anfang an so zu konzipieren, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer in sortenreine Bestandteile zerlegt werden können. Damit sollen diese Teile direkt in neuen Geräten wiederverwendet werden können, ohne den Umweg über Sammelstellen oder Zwischenlager.
Welche Folgen hat das konkret für Zug?
Zum einen kann die lokale Industrie durch verbesserte Produktgestaltung und Rücknahmeprozesse Wertschöpfung in der Region halten. Zum anderen eröffnet die Verknüpfung mit sozialen Projekten Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Personen im zweiten Arbeitsmarkt. Nicht zuletzt können innovationsgetriebene Lösungen zur Kunststofftrennung und -aufbereitung langfristig Materialkosten senken und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten vermindern.
| Akteur | Rolle |
|---|---|
| V‑ZUG | Produktion; Demonstration langlebiger, reparierbarer Geräte |
| WERZ (OST) | Wissenschaftliche Begleitung; Forschungsperspektive |
| GGZ@Work | Praktische Demontagearbeit durch Zweitarbeitsmarkt |
Der Anlass in Zug zeigte, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ein theoretisches Konzept ist, sondern praktische Schritte verlangt: Produktdesign, logistische Rücknahme, sortenreine Aufbereitung und die Beteiligung aller Partner in der Wertschöpfungskette. Die hier vorgestellten Pilotprojekte bieten lokale Antworten auf globale Rohstoff- und Entsorgungsprobleme.