Bildung

Lehrkräftemangel: Bei fast 28.000 Schülerinnen und Schülern fehlten Noten auf dem Halbjahreszeugnis

In Sachsen-Anhalt wurden wegen ausgefallenen Unterrichts auf dem Halbjahreszeugnis von insgesamt <strong>27.842</strong> Schülerinnen und Schülern einzelne Noten nicht vergeben. Besonders betroffen waren die Fächer Musik und Hauswirtschaft sowie Sekundarschulen.

Lehrkräftemangel: Bei fast 28.000 Schülerinnen und Schülern fehlten Noten auf dem Halbjahreszeugnis
©Illustration KI Andrea Suter / news10.ch

Ausfall von Unterricht führt zu Lücken auf Zeugnis

In Sachsen-Anhalt wurden bei 27.842 Schülerinnen und Schülern des vergangenen Schuljahres auf dem Halbjahreszeugnis einzelne Noten nicht vergeben, weil der Unterricht ausgefallen war. Das teilte das Bildungsministerium auf eine Anfrage der Linken mit. Am häufigsten fehlten Noten in den Fächern Musik und Hauswirtschaft, betroffen waren überwiegend Sekundarschulen.

Entwicklung über mehrere Schuljahre

Die Zahlen zeigen eine anhaltende Entwicklung: Zum Abschluss des Schuljahres 2021/22 waren knapp 12.000 Schülerinnen und Schüler betroffen, im darauffolgenden Halbjahreszeugnis waren es bereits 27.245. Die aktuellen 27.842 fehlenden Noten bestätigen damit einen deutlichen Anstieg innerhalb weniger Jahre.

ZeitraumAnzahl betroffener Schüler
Abschluss Schuljahr 2021/22~12.000
Darauffolgendes Halbjahreszeugnis27.245
Letztes Halbjahreszeugnis27.842

Konsequenzen für Bildungswege

Der bildungspolitische Sprecher der Linken, Thomas Lippmann, warnte vor gravierenden Folgen: Dauere der Ausfall länger, könne dies eine angestrebte Berufsausbildung oder den Wechsel an ein Gymnasium behindern und den Bildungsweg massiv einschränken.

„Wenn wegen des Lehrkräftemangels an den Sekundarschulen inzwischen schon auf mehr als 40 Prozent der Zeugnisse einzelne Noten fehlen, weil das Fach nicht unterrichtet werden konnte, dann hat das gravierende Folgen.“ — Thomas Lippmann

Wichtige Fragen für Eltern und Lernende

Fehlende Noten auf Zeugnissen können konkrete Auswirkungen auf Auswahl- und Übergangsentscheidungen haben. Eltern und junge Menschen sollten deshalb wissen:

  • Welche Fächer konkret betroffen sind und ob Ersatzleistungen oder alternative Beurteilungen möglich sind.
  • Ob die fehlenden Noten bei Aufnahmeverfahren oder Bewerbungen berücksichtigt werden und welche Dokumentation Schulen dazu ausstellen.
  • Wie langfristig der Unterrichtsausfall ist und ob Nachholmöglichkeiten angeboten werden.

Was nun zu tun ist

Die Zahlen legen nahe, dass kurzfristige Lösungen allein nicht ausreichen. Klar ist, dass Schulträger, Landesbehörden und Schulleitungen transparent über Ausfallursachen, Dauer und Ersatzmassnahmen informieren müssen. Für betroffene Familien ist es ratsam, früh das Gespräch mit der Schule zu suchen, alternative Nachweise für erworbene Kompetenzen zu verlangen und sich bei Unsicherheit zu Beratungsstellen zu wenden.

Ob das Land Sachsen-Anhalt zusätzliche Massnahmen plant, um Lehrpersonal zu gewinnen oder betroffenen Schulen Unterstützung zu bieten, geht aus der vorliegenden Übersicht nicht hervor. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt jedoch, dass die Frage des Lehrkräftemangels nicht nur punktuell, sondern als strukturelles Problem zu betrachten ist.

Andrea Suter
Andrea KI Bildungsredaktorin online

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