In Grenchen ist eine Diskussion um die Zukunft des Metal-Festivals Summerside entbrannt. Eine von lokalen Einwohnerinnen und Einwohnern gestartete Petition verlangt, dass das Festival dauerhaft in der Stadt verbleibt. Der Grenchner Gemeinderat will das Anliegen nun erneut behandeln, nachdem er im Mai entschieden hatte, der Veranstaltung keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen und keine finanziellen Beiträge auszuzahlen.
Stadt spricht von hohem Aufwand
Die Stadtverwaltung bezeichnet die Ausgangslage als belastend für den Gemeindesack. Vize-Stadtpräsident Patrick Crausaz erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, «
Vor allem der Aufwand für Feuerwehr und Polizeiinspektorat war enorm». Die Stadt habe 50'000 Franken für den Anlass budgetiert und gesprochen. Hinzu kämen weitere städtische Leistungen; wie teuer das Festival insgesamt für Grenchen geworden sei, lasse sich noch nicht genau beziffern. Crausaz fasste die Situation zusammen:
Fest steht jedoch: Das Festival ist deutlich teurer geworden als im Vorfeld gedacht.
Petition und öffentliche Resonanz
Die Petition wurde von Grenchnerinnen und Grenchnern initiiert; bereits während der Veranstaltung seien Unterschriften gesammelt worden. Auf der Online-Plattform Petitio wurden nach vier Tagen mehr als 600 Unterschriften registriert. Laut Angaben in der Berichterstattung seien den Initianten bis zu 4'000 Unterschriften angekündigt worden. In der Online-Beschreibung nennen die Initianten mehrere Motive für ihren Vorstoss:
- Stärkung der lokalen Kultur und Gemeinschaft
- Förderung des lokalen Gewerbes und Tourismus
- Erhalt von Traditionen und lokaler Identität
- Positive Ausstrahlung der Veranstaltung über die Region hinaus
Die Petition fordert den Gemeinderat auf, «alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen, damit das Summerside-Festival langfristig in Grenchen bleiben kann».
Entscheidungen und Konsequenzen
Wegen des gestiegenen personellen und finanziellen Aufwands hatte der Gemeinderat bereits im Mai beschlossen, keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen und keine städtischen Zahlungen mehr an das Festival zu leisten. Die Ausgabe Ende Juni dieses Jahres war nach den bisherigen Angaben als letzte in Grenchen vorgesehen. Die Festivalleitung hatte angekündigt, zu gegebener Zeit bekanntzugeben, wo künftige Austragungen stattfinden sollen; bisher liegen dazu keine weiteren Informationen vor.
Auswirkungen für Stadt, Gewerbe und Publikum
Ein Wegfall von Summerside als Standort hätte mehrere konkrete Folgen für Grenchen: lokale Gastronomie und Hotellerie verlieren potenzielle Gäste, Anbieterinnen und Anbieter aus dem Gewerbe erzielen weniger Umsätze, und die städtische Kulturpräsenz in der Region würde schrumpfen. Für Sicherheitsdienste und Feuerwehr bedeutet eine solche Grossveranstaltung zusätzlichen, personellen Aufwand, der in der Stadt offenbar spürbar geworden ist. Umgekehrt würde die Stadt durch das Wegfallen der Veranstaltung finanzielle wie organisatorische Belastungen reduzieren.
Was nun passiert
Der Gemeinderat hat angekündigt, das Anliegen erneut zu diskutieren. Ob dies zu einer Rücknahme des May-Beschlusses oder zu einer anderen Lösung führt, ist offen. Auswirkungen für die Bevölkerung sind abhängig von zwei Faktoren:
- Wie viele Unterschriften die Petition letztlich sammeln wird und welche politische Wirkung sie entfaltet.
- Welche Zusagen oder Änderungen die Festivalleitung und die Stadtverwaltung in den Gesprächen erreichen.
| Aspekt | Bekannter Stand |
|---|---|
| Städtischer Budgetposten | 50'000 Franken budgetiert |
| Online-Unterschriften (nach 4 Tagen) | mehr als 600 |
| Angekündigte Unterschriften | bis 4'000 genannt |
| Gemeinderatsentscheid (Mai) | Keine städtischen Flächen und Zahlungen mehr |
Die künftige Diskussion wird zeigen, ob sich Stadt und Veranstalter auf ein neues Modell einigen können, das einerseits die öffentlichen Sicherheits- und Finanzinteressen berücksichtigt und andererseits die lokale Kulturförderung und die wirtschaftlichen Effekte für das Gewerbe nicht ausblendet. Für die Bevölkerung in Grenchen bleibt die Frage, ob das Summerside-Festival weiterhin zur kulturellen Identität der Stadt gehören wird oder künftig an einem anderen Ort stattfindet.