Gemeinderat erkennt Bedarf, fordert aber weitergehende Lösungen
Der Gemeinderat der Einwohnergemeinde Lengnau nimmt das vorliegende Projekt zum geplanten Bypass am A5-Anschluss Grenchen grundsätzlich positiv zur Kenntnis. Ziel des Vorhabens ist es, die derzeitige Überlastung des Anschlusses zu reduzieren und die Leistungsfähigkeit durch eine Direktverbindung der Ausfahrt auf die Archstrasse sowie eine separate Brücke für den Langsamverkehr zu verbessern. Die Gemeinde begrüsst insbesondere die Entflechtung des Langsamverkehrs.
Gleichzeitig macht der Gemeinderat deutlich, dass die geplanten Massnahmen allein nicht ausreichen dürften. Die Stellungnahme betont, dass trotz der vorgesehenen Anpassungen «nur zu einer marginalen Entlastung beigetragen» werde und das Grundproblem des Ausweichverkehrs damit nur teilweise adressiert wird. Das ist relevant für Anwohnerinnen und Anwohner in Lengnau: Laut Mobilitätsplan Agglomeration Grenchen führt die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Anschlusses Grenchen regelmässig zu Rückstaus und zu Ausweichrouten auf regionalen und kommunalen Strassen.
Wie sich die Situation konkret auswirkt
Der Gemeinderat verweist darauf, dass ein erheblicher Teil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) den Anschluss Lengnau nutzt, um die regelmässigen Staus am Anschluss Grenchen zu umgehen. Diese Verkehrsverlagerung belastet das lokale Strassennetz und erhöht Lärm und Emissionen in Wohngebieten. Der Auswertungsbericht zur Vernehmlassung des Mobilitätsplans vom 29. September 2025 bestätigt diese Einschätzung und wird in der Stellungnahme zitiert.
- Positive Punkte: Optimierung des Anschlusses, Direktverbindung zur Archstrasse, separate Fuss- und Velobrücke.
- Kritikpunkte: Nur marginale Entlastung der regionalen Strassen, unzureichende Adressierung des Ausweichverkehrs.
- Forderung: Weitergehende, verbindliche Massnahmen gegen Ausweichverkehr seitens Kanton und Projektträger.
Welche Schritte bleiben offen
Aus Sicht von Lengnau sind zusätzliche, verbindliche Massnahmen nötig, damit die Entlastung nicht nur punktuell, sondern auch im regionalen Netzwerk spürbar wird. Die Stellungnahme verweist auf die Anerkennung des Problems durch die Stadt Grenchen und den Kanton Solothurn, gleichzeitig macht sie deutlich, dass die geplanten Eingriffe nicht ausreichen, um die Verkehrsflüsse nachhaltig zu steuern.
| Betroffene | Position / Anliegen |
|---|---|
| Gemeinde Lengnau | Grundsätzliches Befürworten des Bypass, Forderung nach verbindlichen Massnahmen gegen Ausweichverkehr |
| Stadt Grenchen / Kanton Solothurn | Anerkennung der Überlastung des Anschlusses Grenchen (wird im Bericht genannt) |
| Motorisierter Individualverkehr | Weicht bisher auf Anschluss Lengnau aus, um Staus zu umgehen |
Für die Bevölkerung bedeutet das: Selbst wenn der A5-Bypass realisiert wird, sind weitergehende Massnahmen zu erwarten oder einzufordern, damit nicht weiterhin erhebliche Verkehrsströme durch Wohngebiete ausweichen. Relevante Akteure — Gemeinde, Stadt, Kanton und Planer — müssen nun klären, welche zusätzlichen Regeln oder baulichen Massnahmen erforderlich und auch durchsetzbar sind.
Die Stellungnahme der Einwohnergemeinde Lengnau ist ein deutliches Signal in der laufenden Planung: Der Anschluss soll leistungsfähiger werden, doch die Verantwortlichen werden an ihren konkreten Vorschlägen zur Verhinderung von Verkehrsverlagerungen gemessen werden.