Warum Tay Ninh handelt
Die Provinz Tay Ninh hat ein Programm gestartet, um das Bewusstsein und die praktischen Fertigkeiten zur Verhütung von Ertrinkungsunfällen unter Schülern zu stärken. Anlass sind die geografischen Gegebenheiten – ein dichtes Netz aus Flüssen und Kanälen – sowie die Statistik: Für das Jahr 2025 registrierte die Provinz mehr als 30 tödliche Ertrinkungsfälle, betroffen waren vorwiegend Kinder und Jugendliche; in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 kamen weitere 4 Personen ums Leben.
Bestandsaufnahme: Bisherige Ausstattung und Ausbildung
Die derzeitige Ausstattung an Schwimmmöglichkeiten an Schulen ist begrenzt. Von den Grundschulen, Sekundarschulen und Gymnasien verfügen nur einzelne Einrichtungen über feste oder mobile Becken. Zugleich ist ein Grossteil der Sportlehrkräfte bereits in der Ertrinkungsprävention geschult, was ein Ansatzpunkt für den Ausbau der Angebote ist.
- Infrastruktur: Viele Orte haben kein Schwimmbad, mobile Becken werden ergänzend genutzt.
- Personal: Zahlreiche Sportlehrkräfte haben bereits Schulungen zur Ertrinkungsprävention absolviert.
- Finanzierung: Schwimmbäder werden aus Schulgeldern und Sozialbeiträgen finanziert.
Wer kann bereits schwimmen — Zahlen aus Tay Ninh
Die Daten geben einen klaren Eindruck über den Stand der Schwimmfähigkeit in den Klassenstufen. Die folgenden Werte stammen aus dem Bericht der Provinzverwaltung:
| Schulstufe | Schulen mit Schwimmbad | Schüler, die schwimmen (Anzahl) | Schwimmquote (%) |
|---|---|---|---|
| Grundschulen | 44 von 362 (12) | 40.210 von 205.721 | 19,5 % |
| Sekundarschulen | 11 von 241 (ca. 4.6 %) | 61.573 von 186.286 | 33,1 % |
| Gymnasien | 6 feste, 1 mobiles Becken | 27.226 von 77.072 | 35,3 % |
Maßnahmen und Umsetzung
Das Programm in Tay Ninh knüpft an den nationalen Beschluss Nr. 1414/QD-TTg vom 31. Dezember 2024 an, der die Stärkung von Wissen und Fertigkeiten zur Verhütung von Ertrinkungsunfällen bei Schülern im Zeitraum 2025–2035 vorsieht. Konkret setzt die Provinz auf drei Handlungsfelder:
- Ausbau von Schwimmangeboten in Schulen, sowohl durch feste als auch durch mobile Becken;
- Systematische Schulung von Sportlehrkräften in sicherem Schwimmunterricht und Rettungsfertigkeiten;
- Intensive Kommunikations- und Aufklärungsarbeit, um Schüler für Gefahrenstellen und bestehende Regeln zu sensibilisieren.
Folgen für Eltern und Schulen
Für Eltern bedeutet das Programm konkretere Informationen zu Schwimmangeboten und Sicherheitsregeln sowie eine Möglichkeit, dass mehr Kinder regulären Schwimmunterricht erhalten. Schulen müssen sich auf koordinierte Finanzierungslösungen einstellen: Neben staatlichen Programmen spielen Schulgelder und Beiträge der Gemeinschaft eine Rolle. Da ein Grossteil der Sportlehrkräfte bereits geschult ist, liegt ein pragmatischer Schwerpunkt auf dem Ausbau der Infrastruktur und der planmässigen Integration von Schwimmstunden in den Stundenplan.
In einer Region, die durch Wasserläufe und Überschwemmungen geprägt ist, kann der Ausbau von Schwimmfähigkeit und Präventionswissen lebensrettend sein. Die Umsetzung des Programms wird zeigen müssen, ob die vorhandenen Ressourcen und die bisherige Lehrerausbildung ausreichen, um die vorgesehenen Ziele bis 2035 zu erreichen.