Die Regierung hat am 12. Juli 2026 mit dem Dekret Nr. 279/2026/ND-CP die Funktionen, Aufgaben, Befugnisse und die Organisationsstruktur des Ministeriums für Bildung und Ausbildung verbindlich festgelegt. Damit werden auf nationaler Ebene verbindliche Grundlagen geschaffen, welche Bildungsbereiche das Ministerium verwaltet und wie es in Gesetzgebungs- und Verwaltungsprozessen eingebunden ist.
Was das Dekret regelt
Nach dem Dekret nimmt das Ministerium die staatliche Verwaltung folgender Bereiche wahr:
- Vorschulerziehung
- Allgemeinbildung
- Berufsbildung
- Hochschulbildung
- Weiterbildung
- Die staatliche Verwaltung der vietnamesischen Sprache und der Sprachen ethnischer Minderheiten
- Die staatliche Verwaltung der öffentlichen Dienstleistungen in den Bereichen, die dem Ministerium unterstellt sind
Aufgaben und Befugnisse in Gesetzgebung und Planung
Das Ministerium ist demnach befugt, in seinem Zuständigkeitsbereich Entwürfe und Vorschläge vorzulegen. Dazu gehören:
- Gesetzesentwürfe und Verordnungsentwürfe
- Beschlüsse der Nationalversammlung und deren ständiger Ausschüsse
- Dekret- und Regierungsentwürfe sowie Beschlussentwürfe des Premierministers
Solche Vorlagen sollen gemäss Dekret im Rahmen des genehmigten jährlichen Gesetzgebungsprogramms und -plans sowie im Zusammenhang mit Projekten erfolgen, die von der Regierung oder dem Premierminister zugewiesen werden.
Strategien, Programme und Vollzug
Weitergehende Aufgaben betreffen die Ausarbeitung und Vorlage von strategischen Dokumenten und Entwicklungsplänen auf mehreren Zeithorizonten sowie von nationalen Programmen und wichtigen Projekten. Das Ministerium ist zudem zuständig für die Herausgabe von Rundschreiben, Beschlüssen und Richtlinien sowie für die Leitung, Steuerung, Veröffentlichung, Überwachung der Umsetzung, Inspektion und Organisation der Ausführung dieser Rechtsdokumente, Strategien, Pläne, Programme und Projekte innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs.
| Bildungsbereich | Beispielhafte Zuständigkeit |
|---|---|
| Vorschulerziehung | Staatliche Verwaltung und Qualitätssicherung |
| Allgemeinbildung | Lehrpläne, Prüfungsregelungen und Schulpersonal |
| Berufsbildung | Anerkennung von Abschlüssen und Kooperation mit Wirtschaft |
| Hochschulbildung | Institutionelle Aufsicht und Akkreditierungsfragen |
| Weiterbildung | Lebenslanges Lernen und Qualifikationsentwicklung |
Für Eltern, Lehrpersonen und Bildungsträger bedeutet das Dekret vor allem, dass die Zuständigkeiten auf Bundesebene klarer definiert sind. Dies kann die Koordination bundesweiter Bildungsreformen erleichtern, stellt aber auch Anforderungen an die Zusammenarbeit zwischen Ministerium und lokalen Behörden, damit Vorgaben in Praxis umgesetzt werden. Entscheidend wird sein, wie rasch und transparent das Ministerium seine Gesetzesentwürfe, Programme und Richtlinien vorlegt und wie die Umsetzung vor Ort begleitet wird.