Regierungsrat behält GVK-Plan im Wesentlichen bei
Der Kanton hat das Gesamtverkehrskonzept (GVK) für den Raum Baden nach der öffentlichen Anhörung weitgehend unverändert weiterverarbeitet. Von den eingegangenen 179 Eingaben nahm der Regierungsrat nur punktuelle Anpassungen vor. Das Projektvolumen bleibt bei rund 450 Millionen Franken. Die Botschaft des Regierungsrats geht nun an den Grossen Rat; eine Abstimmung dazu wird gegen Ende 2026 erwartet.
Präzisierte Bahnhofanbindung und Zentrumsvariante
Für die Stadt Baden konkretisierte der Regierungsrat eine zentrale Passage des Verkehrskonzepts: Die Verbindung des Nationalbahntrassees mit dem Bahnhof Baden soll ausdrücklich über den Sonnmatt-Tunnel oder alternativ über den Schulhausplatz erfolgen. Damit ist die Rolle des Sonnmatt-Tunnels als mögliche Erschliessungsachse formell festgeschrieben.
Bezüglich der umstrittenen Massnahme zur Entlastung des Badener Zentrums hält der Regierungsrat an seiner bisherigen Präferenz fest: Die Variante «ZEL lang» soll im Richtplan verankert werden, um die Option einer künftigen Umfahrung des Zentrums offen zu halten. Eine weitergehende Länge und Ausdehnung der Umfahrung («ZEL lang+») bleibt vorerst nur als Zwischenergebnis im Richtplan. Der Martinsbergtunnel wurde hingegen aus den Optionen gestrichen.
- 179 Eingaben während Anhörung (16.12.2025–31.03.2026)
- Projektkosten: ca. 450 Mio. Franken
- Entscheidung durch Grossen Rat: voraussichtlich Ende 2026
Reaktion auf regionale Forderungen
Ein Antrag, die Umfahrung Untersiggenthal («ZEL lang+»), wie von Teilen der Gemeinden und Interessengruppen verlangt, stiess beim Regierungsrat auf Ablehnung. Damit bleibt die Frage einer umfassenderen Umfahrungsvariante vorerst offen; die kürzere «ZEL lang»-Variante wird hingegen festgesetzt, um die langfristige Option einer Umfahrung zu sichern.
Konsequenzen für Planung und Umsetzung
Mit der Vorlage an den Grossen Rat beginnt die nächste Etappe im politischen Verfahren. Sollte das Parlament dem Konzept folgen, wollen Kanton, Region und die betroffenen Gemeinden unmittelbar im Anschluss mit den Umsetzungsschritten starten. Für die Bevölkerung bedeutet das konkret:
- Planungs- und Projektierungsarbeiten können zeitnah beginnen, was Bauphasen und Verkehrsumstellungen in den kommenden Jahren wahrscheinlicher macht.
- Die explizite Festlegung der Bahnhofanbindung über Sonnmatt-Tunnel oder Schulhausplatz beeinflusst Verkehre sowie mögliche Baustellen in Baden.
- Die Festschreibung der «ZEL lang»-Variante sichert eine langfristige Option zur Zentrumsentlastung, ohne jedoch bereits alle offenen Forderungen der Region vollständig umzusetzen.
| Aspekt | Status |
|---|---|
| Eingaben Anhörung | 179 |
| Projektkosten (geschätzt) | ~450 Mio. CHF |
| Bahnhofanbindung | via Sonnmatt-Tunnel oder Schulhausplatz (präzisiert) |
| Zentrumsentlastung | "ZEL lang" im Richtplan, "ZEL lang+" als Zwischenergebnis |
| Martinsbergtunnel | gestrichen |
Ausblick für Betroffene
Anwohnende, Pendlerinnen und Pendler sowie Unternehmen in der Region sollten sich auf eine Phase intensiver Planungsarbeit einstellen. Konkrete Bauzeitpläne und Detailprojekte stehen erst nach parlamentarischer Zustimmung und anschliessender Projektierung an. Interessierte Gruppen und Gemeinden bleiben durch das weitere Verfahren in die Diskussionen eingebunden; bereits während der Anhörung hatten zahlreiche Lokalakteure ihre Positionen eingebracht.
Der Grosse Rat wird voraussichtlich Ende 2026 über die Botschaft entscheiden. Wird das Konzept genehmigt, folgen detaillierte Abklärungen, Projektierungen und die sukzessive Umsetzung der vorgesehenen Massnahmen.