Umsetzung der Verkehrsberuhigung bis auf Weiteres aufgeschoben
Die Einführung einer Tempo‑30‑Zone auf den kantonalen Strassen durch das Dorfzentrum von Erlinsbach SO verzögert sich. Eigentlich war vorgesehen, dass die neue Regelung bereits ab August gilt. Die Gemeindeverwaltung informiert nun, dass gegen die Plangenehmigung drei Einsprachen eingegangen seien. Als Folge können die geplanten Markierungs‑ und Signalisationsarbeiten nicht wie geplant während der Sommerferien ausgeführt werden; die Umsetzung ist nach deren Behandlung voraussichtlich erst für den Herbst angesetzt.
Welche Strassen betroffen wären
Die Tempo‑30‑Zone soll nicht nur auf den kommunalen, sondern auch auf folgenden Kantonsstrassen gelten:
- Aarauerstrasse (ab Kantonsgrenze bis Kreisel Löwen)
- Gösgerstrasse (ab Rainlistrasse bis Kreisel)
- Hauptstrasse (ab Höhe Raiffeisenbank bis Kreisel)
- Stüsslingerstrasse (ab Schleifenweg bis Einmündung Hauptstrasse)
Hintergrund und erwartete Wirkung
Die Gemeinde hatte das Projekt als Massnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Reduktion der Lärmbelastung kommuniziert. Ein kantonales Gutachten kam zum Schluss, dass die Verkehrsberuhigung sowohl die Sicherheit für Fussgängerinnen, Velofahrende und den Schulwegverkehr verbessern würde als auch die Immissionen für die Anwohnerinnen und Anwohner verringern könnte. Bis zur Behandlung der Einsprachen bleibt auf den genannten Kantonsstrassen jedoch alles beim Status quo: Die bisher geltenden Tempolimiten und die vorhandene Signalisierung ändern sich vorerst nicht.
„Die Einführung der Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Reduktion der Lärmbelastung verzögert sich bis auf Weiteres.“
Verwaltungsverfahren: Unterschiedliche Öffentlichkeitsfristen
Ein möglicher Grund für die Verzögerung liegt in der unterschiedlichen Handhabung von öffentlichen Auflagen zwischen Kantonen: Im Kanton Solothurn werden Planauflagen nur 10 Tage publiziert, im Kanton Aargau dagegen 30 Tage. Diese kürzere Einsprachefrist kann dazu führen, dass sich Verfahren schneller verändern – und in der Folge häufiger Einsprachen auftreten, die abgearbeitet werden müssen. Die Gemeindeverwaltung hat angekündigt, die eingegangenen Einsprachen nun zu behandeln; erst danach will sie einen verbindlichen Zeitplan für die Nachführung der Markierungen und der Signalisation bekanntgeben.
Praktische Folgen für die Bevölkerung
- Für Bewohnerinnen und Bewohner ändert sich bis zur endgültigen Realisierung nichts an den geltenden Tempolimiten auf den Kantonsstrassen.
- Eltern und Schulwege: geplante Verbesserungen für Velofahrende und Fussgängerinnen verschieben sich.
- Anwohnende müssen weiterhin mit bestehenden Lärmimmissionen rechnen, bis die Verkehrsberuhigung umgesetzt ist.
Die Gemeinde bedauert die Verzögerung ausdrücklich und verweist auf die laufende Behandlung der Einsprachen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird die Verwaltung voraussichtlich einen neuen Termin für die Arbeiten kommunizieren.