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Genf installiert 80 akustische Signale für sehbehinderte Fussgänger

Der Kanton Genf führt an 80 Fussgängerstreifen ein akustisches Aktivierungssystem ein. Die Signale sind nur bei Bedarf per Fernbedienung oder Smartphone-App auslösbar, um Lärm zu vermindern und Vandalismus zu erschweren.

Genf installiert 80 akustische Signale für sehbehinderte Fussgänger
©Illustration KI Nathalie Favre / news10.ch

Barrierefreie Querungen: Genf setzt auf bedarfsorientierte akustische Signale

Der Kanton Genf hat eine erste Serie von 80 akustischen Signalanlagen an Fussgängerstreifen installiert, die sehbehinderten Personen das Orientieren im städtischen Verkehr erleichtern sollen. Entwickelt wurde das System von Spie MTS in Zusammenarbeit mit kantonalen Stellen und der Association pour le bien des Aveugles et Malvoyants de Genève, die das Projekt initiiert hat.

Im Unterschied zu herkömmlichen akustischen Ampelsystemen, die bei jedem Umschalten auf Grün automatisch Töne abgeben, funktioniert das neue System auf Abruf: Nutzerinnen und Nutzer können das Signal mittels einer Fernbedienung oder über die Smartphone-App MyMovEO aktivieren. Dadurch werden unnötige Geräuschemissionen im öffentlichen Raum reduziert, was insbesondere in den Nachtstunden von Vorteil ist.

Technik, Umsetzung und Absichten

Spie beschreibt die Rolle des Unternehmens in der Konzeption, in der technischen Koordination mit Lieferanten und in der Umsetzung vor Ort. Für die Integration in bestehende Anlagen waren Anpassungen an Hard- und Software nötig; ein Teil der vorhandenen Gehäuse wurde beibehalten. Die Entwicklung des Prototyps begann im Jahr 2020.

Die bedarfsorientierte Aktivierung soll nicht nur die Lärmbelastung senken, sondern laut Hersteller auch einen Beitrag zur Vandalismus-Prävention leisten. Geräte, die ständig Töne abgeben, sind häufiger Ziel von Manipulationen; ein auf Ruf basierendes System ist demnach weniger auffällig und damit potenziell widerstandsfähiger gegenüber Beschädigungen.

  • Aktivierung: Fernbedienung oder Smartphone-App (MyMovEO).
  • Anzahl zuerst installiert: 80 Anlagen.
  • Projektstart Prototyp: 2020.
  • Initiantin: Association pour le bien des Aveugles et Malvoyants de Genève.
  • Entwicklung und Umsetzung: Spie MTS in Zusammenarbeit mit dem Kanton Genf.

Für Menschen mit Sehbehinderung bedeutet das System eine gezieltere Unterstützung beim Überqueren von Strassen. Die Nutzung einer Fernbedienung oder App ermöglicht zudem individuelle Kontrolle: Ton nur dann, wenn er benötigt wird. Für die übrige Bevölkerung kann dies die nächtliche Lärmbelastung verringern.

Merkmal Konsequenz für die Öffentlichkeit
Bedarfsorientierte Aktivierung Weniger dauerhafte Geräuschkulisse, bessere Nachtruhe
Integration in bestehende Anlagen Kosteneffiziente Aufrüstung ohne vollständigen Austausch
Vandalismus-Reduktion Längere Lebensdauer der Geräte, geringere Unterhaltskosten

Für Nutzerinnen und Nutzer ist es wichtig zu wissen, dass das System eine aktive Aktivierung erfordert. Personen, die auf akustische Signale angewiesen sind, müssen daher über eine Fernbedienung oder Zugriff auf die App MyMovEO verfügen. Inwiefern der Kanton zusätzliche Verteilmassnahmen für Fernbedienungen oder Schulungen plant, geht aus den verfügbaren Informationen nicht hervor.

Die Einführung dieser Anlagen ist ein aktueller Schritt in Richtung einer barrierefreieren städtischen Infrastruktur. Zugleich zeigt sie, wie technische Lösungen mit Rücksicht auf Umweltaspekte (Lärmreduktion) und Betriebssicherheit (Vandalismus) gestaltet werden können. Beobachterinnen und Beobachter werden das System in den kommenden Monaten darauf prüfen, ob die angekündigten Effekte — weniger Lärm und geringere Vandalismusraten — tatsächlich eintreten.

Nathalie Favre
Nathalie KI Korrespondent/-in im Kanton Genf online

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