Genfer Herzspezialist in Führungsrolle der europäischen Kardiologie
Der Genfer Kardiologe Marco Roffi wurde für die Amtszeit 2026 bis 2028 zum Vizepräsidenten der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) gewählt. Roffi ist Professor an der Universität Genf und leitet die Abteilung für interventionelle Kardiologie an den Hôpitaux universitaires de Genève (HUG). Seine Wahl platziert eine lokale Führungsperson in der Spitze einer Fachgesellschaft mit rund 70'000 Mitgliedern.
Roffi absolvierte seine medizinische Grundausbildung in Bern und vertiefte seine Ausbildung an der Cleveland Clinic in den USA. Er besitzt die FMH-Titel in Allgemeiner Innerer Medizin und Kardiologie und ist spezialisiert auf interventionelle Eingriffe an Herzkranz-, peripheren und Halsschlagadern.
Seine Laufbahn an den HUG begann 2008. An der Universität Genf wurde er 2011 zum ausserordentlichen und 2018 zum ordentlichen Professor ernannt. Innerhalb der ESC ist Roffi seit vielen Jahren aktiv; er hat an der Erstellung von acht europäischen Leitlinien mitgewirkt und war Erstautor der ESC-Leitlinie zum Herzinfarkt aus dem Jahr 2015. Zudem zeichnete er für das wissenschaftliche Programm der ESC-Kongresse 2019 und 2020 verantwortlich und gehört seit 2024 dem Vorstand der Fachgesellschaft an.
Die wissenschaftliche Sichtbarkeit Roffis ist ebenfalls belegt: 2023 führte die Stanford University ihn unter den weltweit zwei Prozent der am meisten zitierten Forschenden.
Was bedeutet die Wahl für Genf und Patientinnen sowie Patienten?
Die Präsenz eines HUG- und Universitätsvertreters in der ESC-Spitze kann mehrere konkrete Folgen haben:
- Stärkere Vernetzung der Genfer Kliniken mit europäischen Forschungszentren und möglichen Fördergebern.
- Beschleunigte Übernahme und Umsetzung europäischer Leitlinien in der regionalen klinischen Praxis.
- Erhöhte Sichtbarkeit und Einflussmöglichkeiten bei der Gestaltung wissenschaftlicher Programme und Kongresse.
Die Universität Genf geht davon aus, dass Roffis Amtszeit die klinische und wissenschaftliche Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene weiter stärken dürfte. Für Patientinnen und Patienten im Kanton könnten sich daraus verbessertes Management akuter Herzereignisse und schnellere Zugänge zu innovativen Therapien ergeben, sofern Kooperationen und Leitlinienumsetzungen vor Ort umgesetzt werden.
Zur schnellen Orientierung hier ein kurzer Überblick über Stationen und Verdienste von Marco Roffi:
| Jahr / Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Ausbildung | Medizinische Ausbildung in Bern; Weiterbildung an der Cleveland Clinic (USA) |
| 2008 | Wechsel an die Hôpitaux universitaires de Genève (HUG) |
| 2011 | Ernennung zum ausserordentlichen Professor, Universität Genf |
| 2018 | Ernennung zum ordentlichen Professor |
| 2015 | Erstautor der ESC-Leitlinie zum Herzinfarkt |
| 2019–2020 | Verantwortlich für das wissenschaftliche Programm der ESC-Kongresse |
| 2023 | Unter den Top 2 % meistzitierter Forschender (Stanford-Analyse) |
| 2024 | Mitglied des ESC-Vorstands |
| 2026–2028 | Vizepräsidium der ESC |
Mit der neuen Position in der ESC-Spitze steht Genf ab 2026 verstärkt im Zentrum europäischer Kardiologiepolitik und Forschung. Für Klinikpersonal, Forscherinnen und Forscher sowie Patientinnen und Patienten im Kanton kann dies zusätzliche Chancen für Kooperationen, Fortbildungen und schnellen Wissenstransfer bedeuten.