Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank mit dem Titel «Mapping the World's Prices 2026» stuft Genf gemeinsam mit Zürich als eine der teuersten Städte weltweit ein. Die Untersuchung vergleicht laut Angaben der Bank 69 Städte und zeigt, dass Genf und Zürich in mehreren Preis-Indizes an der Spitze liegen. Gleichzeitig erreichen beide Städte Spitzenwerte bei Kaufkraft und verfügbarem Einkommen.
Teuer, aber mit Kaufkraft
Die Studie stellt einen scheinbaren Widerspruch fest: Trotz hoher Lebenshaltungskosten bleibt den Menschen in Genf und Zürich im internationalen Vergleich relativ viel Geld übrig. Das relativiert die Belastung durch hohe Preise, ändert aber nichts daran, dass Alltagsposten wie Essen gehen, Freizeit und Partnersuche für Bewohnerinnen und Bewohner teurer ausfallen als in den meisten anderen Städten.
"Ganz klar die Lebensqualität – dafür zahle ich auch gerne mehr. Die Kosten sind entscheidend, ich muss mir das Leben leisten können."
Besonders deutlich wird dies im sogenannten «Cheap Date Index» der Deutschen Bank: Für ein Date müssen Paare in Genf und Zürich laut Studie tiefer in die Tasche greifen als in nahezu allen anderen untersuchten Städten. Tokio wird im Vergleich als deutlich günstiger genannt: Ein Abendessen für zwei koste dort nur rund ein Drittel des Zürcher Preises, so die Studie.
Internationale Platzierung und Folgen für den Kanton
Hinter Genf und Zürich folgen in verschiedenen Ranglisten Städte wie Tel Aviv, New York und San Francisco. Im Bereich Dating-Kosten nennt die Studie zudem Oslo und Kopenhagen unter den teureren Zielen; auch London wird erwähnt. Für den Kanton Genf heisst das konkret:
- Haushaltsbudgets müssen Ausgaben für Freizeit und Ausgehen stärker berücksichtigen.
- Hohe Kaufkraft kann die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Angeboten stützen, gleichzeitig bleiben Verdrängungseffekte für preisgünstigere Angebote möglich.
- Für Pendlerinnen und Pendler, Studierende und junge Leute sind preiswerte Alternativen oder Freizeitangebote mit subventionierten Eintrittspreisen relevanter denn je.
Was bedeutet das konkret für Bewohnerinnen und Bewohner von Genf?
Die Rangierung bestätigt, dass Genf zu den Weltstädten zählt, in denen Konsumausgaben über dem Durchschnitt liegen. Für die Bevölkerung bedeutet das vor allem: Budgetbewusstsein ist gefragt. Wer regelmäßig ausgeht, Veranstaltungen besucht oder auf Partnersuche ist, sollte die höheren Kosten einkalkulieren. Gleichzeitig bleibt die Kaufkraft ein Faktor, der viele Haushalte entlasten kann – vorausgesetzt, Einkommen und Ausgaben stehen in Balance.
Praktische Hinweise für Betroffene im Kanton Genf:
- Planung: Ausgaben für Freizeit und Restaurantbesuche in Monatsbudgets berücksichtigen.
- Alternativen nutzen: Kostenfreie oder günstige Freizeitangebote in den Gemeinden prüfen.
- Vergleichen: Preise für Freizeitdienstleistungen und Gastronomie lokal vergleichen, besonders bei Spezialangeboten.
| Aspekt | Studienbefund |
|---|---|
| Städteanzahl im Vergleich | 69 Städte |
| Spitzenreiter (Lebenshaltungskosten) | Genf und Zürich |
| Weitere hohe Plätze | Tel Aviv, New York, San Francisco |
| Beispiel günstiger | Tokio: Abendessen für zwei ≈ 1/3 des Zürcher Preises |
Die Studie liefert damit eine Momentaufnahme, die für Einwohnerinnen und Einwohner von Genf sowohl die Belastung durch hohe Preise als auch die relative Stärke des verfügbaren Einkommens sichtbar macht. Langfristige Auswirkungen auf Wohnen, Konsumverhalten und Angebotspalette im lokalen Markt bleiben Gegenstand weiterer Beobachtungen.