Richemont steigert Umsatz deutlich – Schmuck treibt Wachstum
Der in der Genferseeregion verwurzelte Luxuskonzern Richemont hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 seine Umsätze deutlich ausgeweitet. Die Gruppe meldete für die Monate April bis Juni einen Konsolidierten Umsatz von 6,33 Milliarden Euro, was einem nominalen Zuwachs von 17 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Bereinigt um Währungseffekte läge das Wachstum sogar bei 20 Prozent.
Treiber der positiven Entwicklung ist vor allem das Schmucksegment: Die Erlöse der Schmuckhäuser, zu denen unter anderem Cartier und Van Cleef & Arpels zählen, stiegen im Berichtsquartal auf 4,37 Milliarden Euro – ein Plus von 21 Prozent (währungsbereinigt 24 Prozent).
Uhrenbereich bleibt hinter Schmuck zurück
Das klassische Uhrengeschäft legte ebenfalls zu, blieb jedoch deutlich schwächer: Die Verkäufe der Uhrenhersteller, zu denen Marken wie IWC oder Piaget gehören, erhöhten sich auf 873 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 6 Prozent entspricht (währungsbereinigt 8 Prozent).
- Gesamtumsatz (Apr–Jun): 6,33 Mrd. Euro (+17% nominal, +20% währungsbereinigt)
- Schmuck: 4,37 Mrd. Euro (+21%, +24% bereinigt)
- Uhren: 873 Mio. Euro (+6%, +8% bereinigt)
- Erwartung der Analysten (AWP-Konsens): 5,91 Mrd. Euro (Wachstum lokalwährungsbereinigt 11,5%)
- Region Asien-Pazifik: währungsbereinigt +21%, China/Macau/Hongkong mit zweistelligem Wachstum
Regionale Bedeutung und Ausblick
Für den Kanton Genf und die Region hat diese Entwicklung konkrete Bedeutung: Richemont ist ein grosser Arbeitgeber und Auftraggeber für lokale Zulieferer, von Handwerksbetrieben bis zu Dienstleistern. Ein anhaltend starkes Schmuckgeschäft stabilisiert die Umsätze und kann positive Effekte auf Beschäftigung und Auftragslage in der Region haben. Der Konzern machte traditionell keine Angaben zur Ergebnisentwicklung im Startquartal und äusserte sich zurückhaltend zu Prognosen, weshalb Aussagen zu Margen oder Jahreszielen bislang fehlen.
Umsatzverteilung im Quartal
| Segment | Umsatz (Apr–Jun) | Wachstum (nominal) | Wachstum (währungsbereinigt) |
|---|---|---|---|
| Gesamtgruppe | 6,33 Mrd. € | +17% | +20% |
| Schmuck | 4,37 Mrd. € | +21% | +24% |
| Uhren | 873 Mio. € | +6% | +8% |
Geographisch profitierte Richemont unter anderem von der Erholung in Asien: Die Umsätze in der Region Asien-Pazifik wuchsen währungsbereinigt um 21 Prozent, wobei China, Macau und Hongkong zusammengenommen ein zweistelliges Wachstum verzeichneten. In den USA wurde ebenfalls starkes Umsatzwachstum gemeldet.
Analysten hatten im AWP-Konsens mit einem Gruppenumsatz von 5,91 Milliarden Euro und einem währungsbereinigten Wachstum von 11,5 Prozent gerechnet. Richemont übertraf diese Erwartungen deutlich, hielt sich jedoch weiterhin bedeckt bezüglich Gewinnzahlen und Zukunftsprognosen.
Für die Bevölkerung in und um Genf bedeutet die robuste Nachfrage nach Schmuckstücken, dass der lokale Wirtschaftskreislauf – vom Handwerk über den Detailhandel bis hin zu Logistik- und Finanzdienstleistern – weiterhin von stabilen Umsätzen profitieren dürfte. Beobachter werden die nächsten Quartalszahlen sowie Aussagen des Managements genau verfolgen, um Hinweise auf Margenentwicklung und langfristige Perspektiven zu erhalten.