Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) hat unter dem Titel «Mut zur Zukunft» seine Wahlagenda zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 präsentiert. Im Vordergrund stehen Forderungen, die Berlin in Richtung Wirtschaftskraft, Innovationsfähigkeit und Handlungsfähigkeit voranbringen sollen – darunter klare Erwartungen an die Bildungspolitik und den Transfer von Forschung in die Anwendung.
Fokus auf Bildung, Wissenschaft und Verwaltungsfähigkeit
VBKI-Präsident Prof. Harald Christ erläuterte die Positionen gemeinsam mit Vertretern der zuständigen Ausschüsse. Die Agenda versteht sich als überparteilicher Debattenbeitrag und möchte ein Angebot zum Dialog mit der künftigen Landespolitik sein. Als Schwerpunkte nennt der Verband vier Prioritäten:
| Priorität | Inhalt |
|---|---|
| Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit | Stärkung der wirtschaftlichen Substanz und Standortattraktivität |
| Innovation in Anwendung bringen | Schnellere Transferprozesse von Forschung in die Praxis |
| Handlungsfähigkeit und Resilienz | Effizientere Verwaltung und stärkere Krisenfestigkeit |
| Internationale Positionierung | Berlin als selbstbewusste Zukunftsmetropole |
Im Zentrum der Agenda stehen drei Zukunftsfragen: Wohnen und Stadtentwicklung, Bildung und Wissenschaft sowie Gesundheitsmetropole Berlin. Für den Bereich Wohnen fordert der VBKI insbesondere schnellere Verfahren und eine investitionsfreundliche Wohnungspolitik. Für die Bildung bedeutet das: die Potenziale von Wissenschaft und Talenten stärker zu nutzen und Innovationskraft in den Schulen und Hochschulen zu verankern.
"Berlin ist stärker, innovativer und internationaler, als es in manchen Debatten erscheint. Diese Stadt hat die Substanz, die Talente, die Wissenschaft, die Unternehmen und die internationale Strahlkraft, um eine der führenden Zukunftsmetropolen Europas zu sein. Aber Berlin nutzt dieses Potenzial noch nicht konsequent genug. Unsere Botschaft lautet deshalb: Berlin muss schneller entscheiden, mutiger investieren und konsequenter umsetzen. Mut zur Zukunft heisst: nicht Chancen verwalten, sondern Chancen nutzen."
Was das für Eltern, Lehrpersonen und Lernende bedeutet
Für Familien und Schulen lassen sich aus der Agenda mehrere praktische Schlussfolgerungen ableiten: Es geht nicht nur um Investitionszusagen, sondern um Tempo bei Entscheiden und Umsetzung. Das beeinflusst:
- Infrastruktur: schnellere Planung und Bau von Bildungsbauten kann Schulplätze und Lernbedingungen verbessern.
- Bildungsangebote: stärkere Vernetzung von Forschung und Ausbildung kann MINT- und weiterführende Angebote attraktiver machen.
- Verwaltungsprozesse: effizientere Abläufe in der Schulverwaltung können Entscheidungen zu Stellen, Investitionen und Programmen beschleunigen.
Die Agenda ist als Impuls zu verstehen. Ob und wie schnell die künftige Landesregierung diese Forderungen aufgreift, wird von den Koalitionsverhandlungen und den Prioritäten im neuen Abgeordnetenhaus abhängen. Für Eltern und Schulgemeinschaften bleibt wichtig, die Umsetzungsvorhaben regional und fachlich zu verfolgen, damit Schulbauprojekte, Lehrplaninitiativen oder Transfer‑Programme tatsächlich bei den Lernenden ankommen.
In der bildungspolitischen Debatte setzt der VBKI damit auf eine Kombination aus schnellen Entscheidungen, gezielten Investitionen und konkreten Umsetzungszielen – und plädiert dafür, Chancen aktiv zu nutzen anstatt sie lediglich zu verwalten.