Lokale Forschung mit globaler Bedeutung
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Biomedizinische Forschung (IRB) Bellinzona, verbunden mit der Universität der italienischen Schweiz (USI), haben in einer Studie, publiziert in der Zeitschrift Nature, eine neue Gruppe von Antigenen des Malaria-Parasiten identifiziert. Die Arbeit, koordiniert von Caroline Junqueira, legt eine potenzielle Grundlage für Impfstoffe, die einen breiteren und länger anhaltenden Schutz bieten könnten.
Die Forschung konzentriert sich auf die Identifikation von Zielstrukturen, die von CD8+ T-Lymphozyten erkannt werden – Immunzellen, die infizierte Zellen erkennen und zerstören können. Um diese Strukturen aufzuspüren, verwendeten die Forschenden die Methodik der Immunopeptidomik, welche Proteomik und Immunologie kombiniert, um Peptide zu erfassen, die infizierten Zellen auf ihrer Oberfläche präsentieren.
Die wichtigsten Ergebnisse
Die Analyse führte zur Entdeckung von 453 einzigartigen Peptiden, die sich 166 Proteinen des Parasiten Plasmodium zuordnen lassen. Darunter befinden sich 75 sogenannte Haushaltsproteine, die für das Überleben des Parasiten essentiell sind und sich über verschiedene Plasmodium-Arten hinweg stark ähneln. Das macht sie aus Sicht der Impfstoffentwicklung besonders interessant, da sie in mehreren Lebensphasen des Parasiten exprimiert werden – sowohl in der Leber- als auch in der Blutphase.
Diese Eigenschaften könnten helfen, die Beschränkungen bestehender Impfstoffe zu überwinden, deren Schutz zeitlich begrenzt und oft auf frühe Stadien der Infektion gerichtet ist, insbesondere gegen Plasmodium falciparum.
Konkrete Zahlen
| Parameter | Anzahl |
|---|---|
| Einzigartige Peptide | 453 |
| Zugeordnete Proteine | 166 |
| Haushaltsproteine | 75 |
Relevanz für Bevölkerung und Forschung
Für Bellinzona bedeutet diese Publikation eine sichtbar gewordene Forschungsexpertise auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten. Kurzfristig entstehen daraus keine neuen Behandlungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, langfristig stärkt die Arbeit jedoch die Position des IRB in internationalen Kooperationen und kann zur Entwicklung von Impfstoffen beitragen, die in Regionen mit hoher Malariabelastung bessere und nachhaltigere Schutzmöglichkeiten bieten.
Wichtig bleibt, dass weitere Studien nötig sind, um das Schutzpotenzial der identifizierten Antigene in präklinischen und klinischen Versuchen zu prüfen. Die Bellinzonaer Ergebnisse bilden dabei eine Grundlage, auf der nächste Schritte in der Impfstoffentwicklung aufbauen können.
- IRB Bellinzona/USI koordinierte die Studie
- Veröffentlichung in Nature
- Erfassung von 453 Peptiden und 166 Proteinen