Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine vorübergehende Pause bei Anträgen für den Heizungstausch angeordnet. Bis zum 20. Juli laufen technische Anpassungen bei der KfW und dem BAFA; die neuen Förderbedingungen treten am 21. Juli in Kraft. Die Handwerkskammer Hamburg kritisiert das Vorgehen scharf und warnt vor negativen Folgen für die Wärmewende und für das Vertrauen von Verbraucherinnen, Verbrauchern und Betrieben.
Kurzfristige Änderung sorgt für Unsicherheit
Die flankierende Begründung des Bundes nennt «notwendige technische Anpassungen» bei den Förderstellen. Für viele Handwerksbetriebe und Hauseigentümer ist die Maßnahme dennoch ein schweres Signal: Geplante Aufträge für den Austausch fossiler Heizungen ruhen oder werden verschoben, weil bis zur endgültigen Klarheit über die neuen Konditionen keine Anträge gestellt werden können.
„Unsere Stadt ist gesetzlich zur Klimaneutralität bis 2040 verpflichtet. Die Wärmewende gelingt aber nur, wenn der Austausch fossiler Heizungen auch wirtschaftlich attraktiv ist und der Heizungstausch in Hamburg in großem Massstab vorankommt“, sagte Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann.
Stemmann bemängelte zudem, dass kurzfristige Änderungen das Vertrauen derjenigen untergraben, die bereits auf Basis der bisherigen Konditionen geplant und investiert haben. Das betrifft sowohl private Bauherren als auch kleine und mittlere Handwerksbetriebe, die ihre Kapazitäten und Materialbeschaffung anhand vorheriger Zusagen ausrichten.
Was ist konkret bekannt?
- Bis zum 20. Juli können vorerst keine neuen Förderanträge gestellt werden.
- Ab dem 21. Juli gelten neue Förderbedingungen; Details sollen dann veröffentlicht sein.
- Bisher waren bis zu 70 Prozent Förderung möglich, maximal bis zu 21'000 Euro der förderfähigen Kosten.
- Die Zuschüsse für Wärmepumpen und andere klimafreundliche Heizungen sollen schrittweise bis 2030 um «mehrere Tausend Euro» sinken.
Die angekündigte Reduktion der Zuschüsse bedeutet, dass die Wirtschaftlichkeit vieler Heizungssanierungen neu gerechnet werden muss. Für Haushalte mit knapper Liquidität kann das den Austausch von Ölheizungen oder alten Gasheizungen verzögern – ein Ergebnis, das der Klimapolitik entgegenläuft.
| Zeitraum | Bekannte Förderbedingungen |
|---|---|
| Bis 20. Juli | Keine neuen Anträge möglich (Umstellungsphase) |
| Ab 21. Juli | Neue Förderbedingungen gelten (Details noch festzulegen) |
| Bisher | Bis zu 70% Zuschuss, max. 21'000 Euro |
| Bis 2030 | Stufenweise Verringerung der Zuschüsse um mehrere Tausend Euro |
Die Kombination aus kurzfristiger Regeländerung und angekündigten Kürzungen dürfte Planungen in Handwerk und Bauwirtschaft belasten. Politisch steht die Regierung vor der Herausforderung, die Klimaziele zu verteidigen, ohne die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Investitionsbereitschaft der Betriebe zu gefährden. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie detailliert und nachvollziehbar die neuen Förderrichtlinien formuliert werden und ob Übergangsregelungen für bereits geplante Projekte vorgesehen sind.