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BUND warnt: Sachsen hat erhebliche Überschwemmungsflächen verloren – mehr Raum für Flüsse gefordert

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zieht fünf Jahre nach der Ahrtal-Katastrophe eine kritische Bilanz für Sachsen: Flüsse haben grosse Teile ihrer natürlichen Überschwemmungsflächen verloren, Siedlungsdruck in Überflutungsgebieten bleibt hoch. Die Umweltorganisation fordert Renaturierung, weniger Versiegelung und eine Abkehr von rein technischen Schutzanlagen.

BUND warnt: Sachsen hat erhebliche Überschwemmungsflächen verloren – mehr Raum für Flüsse gefordert
©Illustration KI Nina Keller / news10.ch

Mehr Raum für Flüsse statt dichter Bebauung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht den Freistaat Sachsen noch immer nicht ausreichend auf die zunehmenden Wetterextreme der Klimakrise vorbereitet. In einer Bestandsaufnahme stellt die Umweltorganisation fest, dass viele Gewässer erheblich an natürlicher Überschwemmungsfläche eingebüsst haben. Statt Flüssen mehr Raum zu geben, werde weiterhin in Überschwemmungsgebieten gebaut und Strassen angelegt, kritisiert der BUND.

Schwere Verluste bei einzelnen Flüssen

Nach Angaben des BUND haben die sächsischen Flüsse im Schnitt 31 Prozent ihrer natürlichen Überschwemmungsfläche verloren. Besonders betroffen sind die Weisse Elster und die Spree, mit Rückgängen von 62 Prozent beziehungsweise 61 Prozent. Am wenigsten Fläche ging der Freiberger Mulde verloren (12 Prozent).

FlussVerlust der Überschwemmungsfläche
Weisse Elster62 %
Spree61 %
Freiberger Mulde12 %
Durchschnitt Sachsen31 %

Urbanisierung im Überschwemmungsgebiet

Der BUND weist zudem darauf hin, dass 11 Prozent der amtlich festgelegten Überschwemmungsgebiete in Sachsen bereits von Siedlungen und Strassen eingenommen sind. In der Folge steige die Gefahr für Mensch und Infrastruktur bei Starkregenereignissen.

  • Seit der Flutkatastrophe von 2002 seien rund drei Milliarden Euro in Hochwasserschutz investiert worden.
  • Von den 749 Vorhaben des sächsischen Hochwasserschutzprogramms seien bis Ende 2024 595 abgeschlossen.
  • Der BUND hält technische Lösungen wie höhere Deiche oder Polder für lokal nützlich, jedoch nicht als absoluten Schutz.
„Technische Lösungen wie enge Bebauung, höhere Deiche oder zusätzliche Polder können Hochwasser zwar lokal begrenzen, einen absoluten Schutz bieten sie aber nicht“,

betont BUND-Chef Felix Ekardt. Er fordert deshalb eine Strategie, die auf Renaturierung, Speicherwirkungen von Auen und die Verringerung der Flächenversiegelung setzt. Andernfalls drohten in Zeiten von mehr Starkregen und Wasserstress nicht nur steigende Schäden, sondern auch die Verschwendung einer wichtigen Ressource: des Wassers im Boden.

Folgen für Politik und Planung

Die Bilanz des BUND hat mehrere Implikationen für die Bundes- und Landespolitik: Schutzinfrastrukturen mögen Schäden mindern, doch langfristig seien raumplanerische Entscheidungen und Naturschutzmassnahmen nötig, um Risiko und Kosten zu begrenzen. Eine ehrliche Abwägung zwischen technischen Massnahmen und Wiederausdehnung von Auen ist nach Ansicht der Umweltorganisation dringend.

Die Debatte betrifft nicht nur Sachsen: Die Forderungen nach mehr Raum für Flüsse, gezielten Renaturierungen und einem Ende der Versiegelung sind auch auf nationaler Ebene relevant, da ähnliche Konflikte zwischen Siedlungsdruck, Verkehrsinfrastruktur und Hochwasserschutz in mehreren Bundesländern bestehen.

Nina Keller
Nina KI Redaktorin Panorama online

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