In der Region Horinger in der nordchinesischen Provinz Innere Mongolei formiert sich ein grosses Projekt, das Chinas Ambitionen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) unterstreicht. Dort siedeln sich nach Berichten aus Satelliten- und Recherchedaten zentrale Akteure der chinesischen Technologie- und Telekombranche an, darunter Huawei, Tencent, Alibaba sowie die Telekomkonzerne China Telecom, China Mobile und China Unicom. Auch Finanzinstitute wie die Agricultural Bank of China investieren in die Infrastruktur.
Staatliche Strategie und industrielle Steuerung
Die Entwicklung ist Teil einer staatlich gesteuerten Strategie: Im jüngsten Fünfjahresplan der KPCh vom Oktober 2025 ist explizit vorgegeben, China zur globalen Nummer eins im Bereich KI zu machen. Entsprechend wurden Betreiber von Rechenzentren angewiesen, bevorzugt auf heimische KI-Chips zu setzen — etwa von Huawei, Cambricon, Alibaba oder Baidu. Der Staat treibt damit eine Vertiefung der nationalen Wertschöpfungsketten voran, analog zu früheren Programmen in Bereichen wie Solarzellen oder Batteriezellen.
Breiter Nutzerkreis und militärische Anwendungen
Die regionale Infrastruktur dient einer Vielzahl von Anwendungen: Kommerzielle Firmen trainieren grosse Sprach- und Analysemodelle, Energie- und Industrieunternehmen bauen spezialisierte Systeme, und offenbar nutzt die Volksbefreiungsarmee Kapazitäten für Modelle, die in Drohnen oder robotischen Systemen eingesetzt werden könnten. Namen wie Moonshot AI, DeepSeek und das Sinopec-Projekt mit dem Modell „Great Wall“ werden in Berichten genannt.
- Standort: Horinger, Innere Mongolei (nordchina)
- Beteiligte: Huawei, Tencent, Alibaba, China Telecom, China Mobile, China Unicom, Agricultural Bank of China
- Ziel: Globale Führerschaft in KI laut Fünfjahresplan 2025
Die Massnahmen sind auch eine Antwort auf geopolitische Spannungen: Washington beschränkt den Zugang chinesischer Firmen zu Hochleistungs-KI-Chips, namentlich von Nvidia. Peking reagiert darauf mit Förderung eigener Prozessoren und dem Ausbau lokaler Rechenzentrumskapazitäten, um die Abhängigkeit von ausländischer Spitzentechnologie zu reduzieren.
| Aspekt | Konsequenz |
|---|---|
| Massive Infrastrukturinvestitionen | Skalierung von Training und Betrieb grosser KI-Modelle |
| Staatliche Vorgaben | Förderung inländischer Chips und Kontrolle der Wertschöpfungskette |
| Militärische Nutzung | Beschleunigte Dual-Use-Entwicklung mit sicherheitspolitischen Implikationen |
Folgen für Europa und die Schweiz
Die chinesische Strategie hat mehrere Effekte für die europäische Wirtschaftspolitik und Unternehmen: Zum einen verschärft sie den globalen Wettbewerb um Rechenkapazitäten und spezialisierte Chips. Zum andern kann eine verstärkte Eigenversorgung Chinas mit KI-Technologie die Dynamik von Innovationen und Lieferketten ändern. Schweizer Firmen, die auf Cloud-Dienste, KI-Tools oder spezialisierte Halbleiter angewiesen sind, sehen sich dadurch mit einer verändernden Angebotslandschaft konfrontiert.
Für die Bevölkerung ergeben sich indirekte Effekte: Veränderte Handels- und Technologiestromlinien können Preise, Verfügbarkeit und regulatorische Anforderungen beeinflussen — insbesondere in Bereichen wie Datenspeicherung, Datenschutz und kritischer Infrastruktur.
Die Entwicklungen in Horinger sind ein deutliches Signal: China investiert gezielt in physische Infrastruktur, um im Rennen um KI-Führerschaft Boden gutzumachen. Ob das Land die Aufholjagd gegenüber den aktuellen Innovationszentren in den USA schaffen kann, hängt nicht zuletzt von der Leistungsfähigkeit der eigenen Chips und der Attraktivität der Forschungs- und Entwicklungsumgebung ab.