Eltern fordern verlässlichen Unterricht — Unterschriftenübergabe an Bildungsminister
Der Landeselternrat Brandenburg hat dem Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) rund 10'000 Unterschriften für die Aktion „Unterricht statt Ausfall - verlässliche Bildung für Brandenburg“ übergeben. Initiatorinnen und Initiatoren sehen die Aktion trotz des verfehlten Ziels, die Zahl für eine Volksinitiative zu erreichen, als wirkungsvoll: Sie hätten die Problematik des Lehrkräftemangels stärker in die öffentliche Wahrnehmung gerückt.
Die Initiative war 2025 gestartet worden. Für eine erfolgreiche Volksinitiative in Brandenburg wären mindestens 20'000 gültige Unterschriften erforderlich gewesen. Die Übergabe markiert nun den Beginn einer Phase, in der Elternvertreter den weiteren Prozess kritisch begleiten wollen.
„Die Folgen des Lehrkräftemangels stehen heute deutlich stärker im öffentlichen Bewusstsein.“, erklärte Ulrike Mauersberger, Vertreterin der Initiative.
Bildungsminister Hoffmann betonte seinerseits, die Landesregierung habe den Sparkurs bei der Bildung beendet und setze wieder auf Stellenaufbau statt auf Streichungen. Damit signalisiert die Landesregierung, dass der Mangel an Lehrkräften als politische Aufgabe verstanden wird und Personalressourcen wieder gestärkt werden sollen.
Die Zahlen untermauern die Dringlichkeit: Nach Angaben des Bildungsministeriums fielen im Schuljahr 2024/25 an den öffentlichen Schulen Brandenburgs 322'000 Unterrichtsstunden ersatzlos aus. Das entspricht 2,2 Prozent aller Stunden und ist ein zentrales Argument der Elternvertretung für nachhaltige Massnahmen zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung.
- Ziel der Initiative: Langfristig verlässliche Unterrichtsversorgung für alle Schülerinnen und Schüler in Brandenburg.
- Weiteres Vorgehen: Der Landeselternrat kündigte an, den politischen Prozess weiter kritisch zu begleiten.
- Politische Reaktion: Minister Hoffmann verweist auf Stellenaufbau und Ende des Sparkurses in der Bildungspolitik.
Für Eltern und Schulen bleibt zentral, wie die Anstrengungen der Landesregierung konkret aussehen: Wo werden neue Stellen geschaffen, in welchen Fächern und Schulstufen, und wie schnell lassen sich dadurch Ausfälle reduzieren? Der Landeselternrat fordert, dass der zurückgewonnene politische Wille in konkrete Personalentscheidungen und langfristige Konzepte zur Unterrichtsversorgung umgesetzt wird.
Die Übergabe der Unterschriften ist sowohl symbolisch als auch praktisch: Symbolisch, weil sie das Thema in den Fokus rückt; praktisch, weil sie Momentum für politische Gespräche schafft. Anett Kehling, stellvertretende Sprecherin des Landeselternrats, kündigte an, den Prozess weiter kritisch zu beobachten und an konkreten Forderungen festzuhalten.
| Angabe | Zahl |
|---|---|
| Unterschriften übergeben | 10'000 |
| Für Volksinitiative erforderlich | 20'000 |
| Unterrichtsstunden ersatzlos ausgefallen (Schuljahr 2024/25) | 322'000 |
| Prozentualer Anteil am Gesamtstundenvolumen | 2,2 % |
Elternvertreter und Landespolitik stehen nun in der Pflicht, die Debatte in konkrete Massnahmen zu übersetzen: Personalaufbau, bessere Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen, gezielte Rekrutierung in Mangelfächern und transparente Berichte über die Wirkung der Massnahmen. Für Familien ist wichtig zu wissen, wann sie mit weniger Ausfällen rechnen dürfen und wie Schulen in der Zwischenzeit unterstützt werden.
Die Aktion dürfte auch über Brandenburg hinaus Beachtung finden: Lehrkräftemangel ist ein Thema, das mehrere Bundesländer beschäftigt. Die Frage bleibt, ob ähnliche Initiativen auf Landesebene zu langfristigen Verbesserungen der Unterrichtsversorgung führen können.