Der Schweizer Spezialchemiekonzern Ems-Chemie hat im ersten Halbjahr 2026 die Profitabilität erhöht, obwohl der Umsatz leicht rückläufig war. Das Unternehmen, das von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher geführt wird, meldete einen Umsatz von 1,01 Milliarden Franken und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 310 Millionen Franken. Damit stieg das EBIT um 4,7 Prozent, die entsprechende Marge erhöhte sich auf 30,6 Prozent.
Stärke bei Mengen, Belastung durch Währungen und Rohstoffe
Ems begründete die Entwicklung damit, dass mengenmässig mehr verkauft wurde und der Fokus auf Spezialitäten die operative Gewinnspanne verbesserte. Belastend wirkten hingegen Währungseffekte und höhere Rohstoffkosten. Laut Unternehmensangaben schmälerten Wechselkurse die Verkaufserlöse um rund 5,2 Prozent, und der Gesamtumsatz ging um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.
- Umsatz H1 2026: 1,01 Mrd. CHF (−0,8% gegenüber Vorjahr)
- EBIT H1 2026: 310 Mio. CHF (+4,7%)
- EBIT-Marge: 30,6%
- Autosektor: rund 60% der Umsätze
„erfreulichen Geschäftsverlauf mit wachsenden Absatzmengen“
Das Unternehmen weist darauf hin, dass der grösste Teil der Verkäufe auf Polymere entfällt, die vor allem in der Automobilindustrie Verwendung finden. Produkte aus diesen Werkstoffen gelangen zudem in Sportartikel und Unterhaltungselektronik. Angesichts der hohen Bedeutung des Autosektors — rund 60 Prozent der Umsätze — wirken sich Schwankungen in dieser Branche unmittelbar auf Ems’ Ertragslage aus.
Auswirkungen und Ausblick
Mit den vorgelegten Halbjahreszahlen liegt Ems über den Analystenerwartungen. Das Management hat die Prognose für 2026 leicht nach oben korrigiert: Erwartet wird nun ein Nettoumsatz, der nur noch leicht unter dem Vorjahreswert liegen soll, während das Betriebsergebnis (EBIT) unverändert «leicht über Vorjahr» erwartet wird. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 1,95 Milliarden Franken bei einem EBIT von 567 Millionen Franken.
Für die Wirtschaft in der Schweiz hat die Entwicklung mehrere Bedeutungen: Eine stärkere operative Profitabilität schützt Arbeitsplätze und Investitionspläne trotz eines schwierigen Umfelds mit Währungs- und Rohstoffdruck. Andererseits macht die Abhängigkeit vom Autosektor Ems verwundbar gegenüber nachlassender Nachfrage oder strukturellen Umbrüchen in der Fahrzeugindustrie.
Die kurzfristig angehobene Jahresprognose dürfte Anleger und Zulieferer beruhigen, offenbart aber auch die Abhängigkeit von preislichen Anpassungen und Währungsbewegungen. Beobachter werden besonders verfolgen, wie Ems in den kommenden Monaten Preisschwankungen, Inputkosten und die Entwicklung der Automobilmärkte in Einklang bringt.
| Kennzahl | H1 2026 | Geschäftsjahr 2025 |
|---|---|---|
| Umsatz | 1,01 Mrd. CHF | 1,95 Mrd. CHF |
| EBIT | 310 Mio. CHF | 567 Mio. CHF |
| EBIT-Marge | 30,6% | — |
Insgesamt signalisiert Ems-Chemie Robustheit und Anpassungsfähigkeit: Das Unternehmen konnte trotz äusserer Belastungen die Absatzmengen erhöhen und die Margen verbessern. Die nun leicht optimistische Jahresprognose dürfte sowohl für Investoren als auch für Zuliefernetzwerke in der Schweiz relevant sein.