Starker Einnahmen‑Schub der Fifa wirkt auf Schweizer Volkswirtschaft
Die Fifa erzielt laut aktuellen Angaben für die Periode 2023–2026 Rekordeinnahmen von rund 13 Milliarden Dollar. Ein Grossteil dieser Erlöse soll allein mit der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko erzielt werden: Die Organisation rechnet mit 9 Milliarden Dollar aus der Endrunde. Die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften trägt zusätzlich zu den höheren Einnahmen bei.
Was das für das Schweizer Wachstum bedeutet
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schätzt, dass dieser Fifa‑Effekt das Schweizer Bruttoinlandprodukt 2026 um 0,7 Prozentpunkte anhebt. In der Folge würde das BIP‑Wachstum von prognostizierten 1,0 Prozent auf 1,7 Prozent steigen — ein relativer Zuwachs von 70 Prozent gegenüber der Ausgangsprognose.
„Ja und nein,“
kommentiert Kevin Gismondi, Ökonom bei der ZKB, die Frage, ob diese Entwicklung uneingeschränkt als wirtschaftlicher Gewinn zu werten sei. Einerseits fliesst mehr Geld in die Wirtschaft; andererseits handle es sich teilweise um einen Statistikeffekt, der die Wachstumsraten verzerrt.
Wer profitiert konkret?
Die hohen Einnahmen der Fifa werden in Teilen an nationale Fussballverbände ausgeschüttet. Auch der Schweizer Fussballverband erhält damit zusätzliche Mittel: Für die Qualifikation und die Teilnahme an Endrunden sind laut Berichten zusätzliche Millionen vorgesehen. Neben Verbänden profitieren vor allem folgende Akteure:
- Sponsoren und Rechteinhaber (höhere Erlöse aus Lizenzen und Übertragungsrechten)
- Sportnahe Dienstleister (Eventmanagement, Sicherheitsdienste, Hospitality)
- Medienunternehmen (erhöhte Nachfrage nach Übertragungsrechten und Werbeplatzierungen)
Grenzen des Effekts: Buchhalterisch vs. nachhaltig
Ökonomen warnen, dass ein Teil der positiven BIP‑Auswirkung kurzfristig und buchhalterisch ist. Grosszügige Ausschüttungen der Fifa erhöhen nominale Umsätze und Einkommen, doch sie ersetzen nicht automatisch strukturelle Impulse wie Investitionen in Produktivität oder dauerhafte Nachfrage im Inland. Der Effekt kann daher 2026 sichtbar sein, ohne langfristig das Potenzialwachstum der Schweizer Volkswirtschaft zu erhöhen.
Wirtschaftspolitische Implikationen
Für die Politik ergibt sich ein Zwischenspiel: Einerseits verbessert ein einmaliger Einnahmeschub fiskalische Spielräume und stützt Konjunkturindikatoren; andererseits muss geprüft werden, ob solche Effekte in Budgets und Wachstumsprojektionen dauerhaft berücksichtigt werden sollten. Transparente Kommunikation über Ursprung und Nachhaltigkeit des Wachstums ist wichtig, damit Entscheide zu Steuerpolitik und Staatsausgaben nicht auf verzerrten Annahmen basieren.
| Grösse | Angabe |
|---|---|
| Fifa‑Einnahmen (2023–2026) | 13 Mrd. USD |
| Einnahmen aus Endrunde (USA/Kanada/Mexiko) | 9 Mrd. USD |
| Zusätzliches Preisgeld für Weltmeister | 42 Mio. USD |
| Geschätzter BIP‑Effekt Schweiz 2026 | +0,7 Prozentpunkte (von 1,0 auf 1,7 % Wachstum) |
Insgesamt ist der Fifa‑Effekt für die Schweizer Volkswirtschaft spürbar, doch die Beurteilung hängt davon ab, ob man kurzfristige Impulse von nachhaltigem Wirtschaftswachstum trennt. Für Unternehmen, Verbände und Politik bedeutet dies: kurzfristige Chancen nutzen, langfristige Wirkungen aber kritisch prüfen.