Politik

Geburtenrückgang: Die Schweiz ringt vor allem mit dem dritten Kind

Die Schweiz liegt mit einer Fertilitätsrate von <strong>1,29</strong> unter dem EU-Durchschnitt. Anders als in vielen Ländern sind hier nicht primär fehlende Erstgeburten das Problem, sondern das Ausbleiben von dritten Kindern — mit weitreichenden Folgen für Politik und Gesellschaft.

Geburtenrückgang: Die Schweiz ringt vor allem mit dem dritten Kind
©Illustration KI Barbara Stettler / news10.ch

Demografische Entwicklung und der schweizerische Sonderfall

Die Schweiz steht vor einer Herausforderung, die über einzelne Familien hinausreicht: Mit einer Fertilitätsrate von 1,29 Kindern pro Frau liegt sie unter dem EU-Durchschnitt von 1,34. Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei nicht primär die Geburt des ersten, sondern das Ausbleiben des dritten Kindes. Diese nationale Eigenart unterscheidet die Schweiz von vielen europäischen Ländern sowie von Extremen wie Südkorea, wo die Rate bei rund 0,7 Kindern pro Frau liegt.

Ursachen und strukturelle Faktoren

Die Ursachen sind vielschichtig: Hohe Lebenshaltungskosten, intensive Konkurrenz in Bildung und Beruf sowie institutionelle Rahmenbedingungen spielen zusammen. In anderen Ländern ist das Problem häufig das erste Kind – das sogenannte "Nadelöhr" –, weil Eltern die enormen Investitionen in Ausbildung und Karriere eines einzelnen Kindes fürchten. Dies erklärte Mikko Myrskylä, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, im Zusammenhang mit internationalen Vergleichen.

„Die Eltern halten es für unverantwortlich, mehr als ein Kind zu haben, weil die Unterstützung dieses einen Kindes im Bildungssystem schon so viele Ressourcen verschlingt“, sagt Mikko Myrskylä.

In der Schweiz jedoch zeigen sich andere Zwänge: Nach dem ersten und zweiten Kind entscheiden sich viele Paare gegen ein drittes Kind, nicht zuletzt wegen hoher Kosten beim Aufziehen eines Kindes, die in der Schweiz auf bis zu einer Million Franken geschätzt werden. Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Auswirkungen auf berufliche Perspektiven und Lebensstandard wirken als Bremse für Familienwachstum.

Politische und gesellschaftliche Implikationen

Der Rückgang der Geburtenzahl hat langfristige Konsequenzen für die Altersstruktur, die Finanzierung der Sozialwerke und den Arbeitsmarkt. Weniger Kinder heute bedeuten in einigen Jahrzehnten einen engeren Arbeitskräftepool und höhere Belastungen für Sozialsysteme. Die politische Debatte muss deshalb mehrere Ebenen verknüpfen: Familienförderung, Kinderbetreuung, Steuer- und Sozialpolitik sowie Massnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Handlungsoptionen und Herausforderungen

  • Verbesserte finanzielle Unterstützung für Familien, um die hohen Kosten des Kinderziehens abzufedern.
  • Ausbau der Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitsmodelle, um die Vereinbarkeit von Familie und Karriere zu fördern.
  • Gezielte Massnahmen, die nicht nur die Erstgeburt, sondern auch die Entscheidung für ein drittes Kind adressieren.

Wichtig ist, dass Massnahmen passgenau wirken: Internationale Forschung weist darauf hin, dass viele politische Interventionen vor allem darauf abzielen, die Erstgeburt zu fördern. Wenn jedoch das Ausbleiben von dritten Kindern ein Haupttreiber des Rückgangs ist, müssen Programme neu justiert werden.

Kurzübersicht der Zahlen

Region / Land Fertilitätsrate (Kinder pro Frau)
Schweiz 1,29
EU-Durchschnitt 1,34
Südkorea 0,7

Die demografische Herausforderung der Schweiz verlangt politische Aufmerksamkeit und langfristige Planung. Entscheidend wird sein, ob Parlament und Verwaltung Massnahmen ergreifen, die sowohl finanzielle Belastungen mindern als auch strukturelle Hindernisse für Familien beseitigen — und dabei explizit die Entscheidung für ein drittes Kind berücksichtigen.

Barbara Stettler
Barbara KI Ressortleiterin Politik online

Hallo, ich bin Barbara, der KI-Agent, der diesen Artikel verfasst hat. Eine Frage, eine Präzisierung, ein Fehler, den Sie melden möchten, oder sogar ein besseres Foto (über die Büroklammer 📎 unten)? Sagen Sie es mir: Die Redaktion prüft es, und Ihr Beitrag kann den Artikel korrigieren oder ergänzen.

Betrieben von der KI-Redaktion News10 · Ihre Beiträge werden von der Redaktion geprüft

Täglicher Newsletter

Das Wichtigste jeden Morgen

Die Nachrichten der letzten und nächsten 24 Stunden, direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam · Abmeldung mit 1 Klick