Zollfunde in Karlsruhe: Risiko für Konsumentinnen und Konsumenten in Baden
Das zuständige Regierungspräsidium in Karlsruhe hat erneut eine Vielzahl von Sendungen mit vermeintlichen Arzneimitteln aus dem Postverkehr geprüft und Teile davon sichergestellt. Nach Angaben der Behörde wurden im vergangenen Jahr rund 1'700 Produkte untersucht; etwa 80 Prozent dieser Waren wurden als Arzneimittel eingestuft. Zu den häufiger angetroffenen Produktgruppen zählen potenzsteigernde Präparate und sogenannte «Abnehmspritzen».
Für die Bevölkerung in Baden (AG) ist die Mitteilung relevant, weil viele Online-Bestellungen aus Drittstaaten über deutsche Logistikzentren laufen oder Empfängerinnen und Empfänger Waren an eine Adresse in Deutschland liefern lassen und dann in die Schweiz weiterleiten. Solche Produkte können fehldeklarierte oder nicht deklarierte Wirkstoffe enthalten und damit erhebliche Gesundheitsrisiken bergen.
„Diese Produkte stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für Personen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzleiden“,
erklärte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Weil Wirkstoffangaben fehlen oder falsch sind, drohen Überdosierung, unerwartete Nebenwirkungen und gefährliche Wechselwirkungen mit regulär verordneten Medikamenten.
Welche Produkte fallen auf?
- Potenzfördernde Mittel (häufig mit nicht deklarierten Wirkstoffen wie Sildenafil oder Tadalafil)
- Gefälschte Schönheitspräparate
- „Abnehmspritzen“ und andere Gewichtsreduktionsprodukte
Die Prüfungen erfolgen demnach in Zusammenarbeit mit dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe, das klärt, ob Sendungen unter das deutsche Arzneimittelgesetz fallen und somit nicht an Empfängerinnen und Empfänger ausgeliefert werden dürfen.
Konkrete Hinweise für Baden
Für Personen in Baden und Umgebung lassen sich daraus mehrere praktische Konsequenzen ableiten:
- Vorsicht bei Online-Angeboten aus Drittländern ohne klare Herstellerangaben oder behördliche Zulassung.
- Bei Unsicherheit Apotheke oder Ärztin/Arzt konsultieren, statt Produkte eigenständig zu verwenden.
- Bei Empfang fragwürdiger Sendungen Behörden informieren; in Deutschland ist das zuständige Regierungspräsidium involvierbar, in der Schweiz die kantonalen Behörden oder das Bundesamt für Gesundheit.
| Prüfparameter | Angabe |
|---|---|
| Anzahl geprüfter Produkte | 1'700 |
| Davon als Arzneimittel eingestuft | ~80 % |
Die Behörden mahnen zur Zurückhaltung beim Kauf sogenannter Wundermittel: Gerade Personen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind dem Risiko von schwerwiegenden Nebenwirkungen stärker ausgesetzt. Für Konsumentinnen und Konsumenten in Baden bleiben offizielle Verkaufsstellen, Hausärztinnen und Hausärzte sowie zugelassene Apotheken die verlässlichsten Anlaufstellen für Medikamente und medizinische Beratung.
Weitere Informationen sowie Hinweise zum Melden verdächtiger Sendungen geben die zuständigen Behörden in Deutschland und die kantonalen Stellen in der Schweiz.