Sanierung fertiggestellt – Strecke wieder freigegeben
Die Deutsche Bahn hat die Generalsanierung der Strecke Köln–Wuppertal–Hagen abgeschlossen und den Zugverkehr am Freitagabend wieder freigegeben. Die Arbeiten dauerten etwas mehr als fünf Monate; die Bahn zieht eine positive Bilanz und meldet sowohl termingerechte Fertigstellung als auch geringere Kosten als ursprünglich geplant.
Laut Bahn lagen die ursprünglich angesetzten Kosten bei 800 Millionen Euro. Diese Summe werde man um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag unterschreiten, teilte das Unternehmen mit. Angaben dazu, wie hoch die Ersparnis genau ist, machte die Bahn nicht.
Umfang der Arbeiten und eingesetzte Ressourcen
Die Sanierung umfasste umfangreiche Instandsetzungsschritte entlang der Strecke. Nach Angaben der Bahn wurden unter anderem:
- 81 Kilometer Gleise erneuert,
- 51 Weichen ersetzt,
- 21 Kilometer Oberleitung erneuert,
- Schallschutzwände errichtet und
- 12 Bahnhöfe saniert.
Für die Bauarbeiten waren insgesamt etwa 550 Personen beschäftigt.
Belastung für Fahrgäste und Ersatzverkehr
Während der Vollsperrung mussten Fahrgäste weite Teile der Strecke mit Ersatzbussen zurücklegen. Die Bahn setzte laut Mitteilung rund 200 Ersatzbusse ein; diese fuhren zusammen 6,1 Millionen Kilometer seit Beginn der Maßnahmen im Februar. Dadurch verlängerten sich Reisezeiten erheblich und die Umstellung war für viele Pendler und Reisende belastend.
„Aber: Am Ende lohnt es sich“,
sagte Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO, und begründete die Massnahme mit dem Ziel, die Infrastruktur langfristig zu stärken: Schritt für Schritt solle die Strecke wieder zuverlässig werden.
Forderung nach weiterer Qualitätsverbesserung
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) nutzte die Gelegenheit, um die Bahn zu weiteren Anstrengungen zu mahnen. Er forderte eine weitere Verbesserung der Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, weniger Störungen und Engpässe, damit die Fahrgäste «die Qualität» zurückerhalten, die sie erwarteten. Die Forderung betrifft die Zeit nach den Bauarbeiten: Die Infrastruktur sei zwar erneuert, doch der Betrieb müsse stabiler werden.
Ausblick: Folgeprojekte und Auswirkungen
Parallel zur Wiederfreigabe der Strecke startete die Bahn bereits eine weitere Generalsanierung, diesmal auf der Verbindung von Troisdorf nach Wiesbaden. Auch dort wird die Strecke für rund fünf Monate voll gesperrt, mit Ersatzbussen als Ersatzangebot. Für Bevölkerung und Wirtschaft entlang beider Korridore bedeutet dies kurzfristig erneute Einschränkungen, langfristig jedoch ein höheres Leistungsniveau des Schienennetzes.
| Kenngrösse | Angabe |
|---|---|
| Ursprünglich veranschlagte Kosten | 800 Millionen Euro |
| Ersparnis | mittlerer zweistelliger Millionenbetrag |
| Gleiserneuerung | 81 km |
| Erneuerte Weichen | 51 |
| Oberleitung | 21 km |
| Sanierte Bahnhöfe | 12 |
| Ersatzbus-Kilometer | 6,1 Mio. km |
| Beschäftigte bei Bau | 550 |
Die schnellere Fertigstellung und die Kostenunterschreitung sind für das Projekt positiv zu werten. Entscheidend bleibt jedoch, ob die Investitionen zu einer spürbaren Verbesserung im Bahnbetrieb führen, wie Minister Krischer einfordert. Für Pendler und Unternehmen in der Region sind jetzt Stabilität und Verlässlichkeit des Angebots die zentralen Kriterien, an denen der Erfolg der Massnahme gemessen wird.