Der Grossbrand im Müritz-Nationalpark hat Einsatzkräfte in Mecklenburg-Vorpommern in der zweiten Nacht in Folge in Atem gehalten. Am Abend lief die erneute Evakuierung der Ortschaften Granzin und Granziner Mühle an, nachdem sich die Lage durch eine Winddrehung verschlechtert hatte. Nach Angaben des Landkreises lag das Feuer zuletzt rund 1,4 Kilometer von Granzin entfernt.
Wind, Altmunition und Menschen in Sicherheit bringen
Ein Sprecher des Landkreises nannte die erneute Winddrehung als Hauptproblem:
„Das Problem ist, dass sich der Wind wieder gedreht hat und auch ein bisschen aufgefrischt hat“Die Einsatzleitstellen richteten deshalb erneut Evakuierungen ein und boten für Menschen, die eine Unterkunft benötigen, das Gemeindezentrum in Peckatel an. Granzin hat laut kommunaler Website etwas mehr als 100 Einwohnerinnen und Einwohner.
Die Brandfläche war bis am Abend auf mehr als 91 Hektar angewachsen, wie der Landkreissprecher mitteilte. Hunderte Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Vor allem jedoch schränkt die frühere Nutzung des Gebietes als Truppenübungsplatz die Löscharbeiten massiv ein: Wegen stark vorhandener Munition können die Einsatzkräfte bestimmte Flächen nicht betreten und müssen einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern wahren. Das verhindert, dass Feuerwehren unmittelbar an die Flanken des Brandes herangehen.
Konsequenzen für die Einsatzstrategie
Die beschränkte Zugänglichkeit hat praktische Folgen: Es können keine direkten Angriffslinien gelegt werden, wie in unkontaminierten Wäldern. Denkbar seien stattdessen Abwehrlinien in sicherer Distanz, etwa mittels Kreisregnern, die aber nur relativ dicht bei bewohnten Orten wie Granzin wirkungsvoll einsetzbar seien. Der Landkreis betonte, dass bei Evakuierungen Polizisten klingeln und Menschen auffordern, das Gebiet zu verlassen; bei Bedarf wird älteren Personen Hilfe durch die Feuerwehr angeboten.
- Betroffene Ortschaften: Granzin, Granziner Mühle, zuvor zeitweise auch Krienke
- Brandfläche: mehr als 91 Hektar
- Sicherheitsabstand wegen Munition: 1.000 Meter
- Unterkunftsangebot: Gemeindezentrum in Peckatel
Vorbelastung und längerfristiger Einsatz
Der betroffene Bereich liegt in der Nähe eines früheren Truppenübungsplatzes, weshalb bereits Ende Juni ein weiterer Brand in einem nahegelegenen munitionsbelasteten Gebiet ausbrach und mehr als 100 Hektar betraf. Auch jener Einsatz habe sich über mehrere Tage hingezogen. Der Landkreissprecher rechnet damit, dass auch der aktuelle Brand die Einsatzkräfte noch für Tage beschäftigen wird.
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Brandfläche (Stand Abend) | mehr als 91 Hektar |
| Abstand zum Ort Granzin | 1,4 km |
| Sicherheitsabstand wegen Munition | 1.000 Meter |
Behörden und Polizei fordern Urlauber eindringlich auf, das betroffene Gebiet weiträumig zu meiden. Die Kombination aus ungünstiger Witterung, schwer zugänglichem, munitionsbelastetem Gelände und der Nähe zu Wohnplätzen macht diesen Einsatz zu einer besonderen Herausforderung – für Einsatzleitung und Bevölkerung gleichermas-sen.
Die Lage bleibt dynamisch; die Behörden kommunizieren weiter über sichere Zufluchtsorte und Verhaltensregeln für Betroffene. Konkrete Angaben zu Schäden an Infrastruktur oder Ursprung des Feuers lagen bis zum Meldungszeitpunkt nicht vor.