Motion soll Arbeitsbedingungen in der Stadverwaltung prüfen
Die Luzerner Grünen und die Jungen Grünen haben eine Motion eingereicht, mit der die Stadtregierung prüfen soll, ob die bisherige 42‑Stunden‑Woche für städtische Angestellte auf 40 Stunden reduziert werden kann, ohne dass es zu Lohneinbussen kommt. Ziel der Initiative ist es, die Stadt Luzern als Arbeitgeberin attraktiver zu machen und im umkämpften Arbeitsmarkt besser bestehen zu können.
Argumente der Initianten
Laut den Initianten stützen sich die Argumente auf internationale Erfahrungen, wonach eine reduzierte Wochenarbeitszeit nicht zwingend mit Produktivitätseinbussen einhergehen müsse. Vielmehr könne eine kürzere Arbeitszeit die Zufriedenheit erhöhen und die langfristige Bindung von Fachkräften stärken. In der Mitteilung der Grünen wird zudem die Bedeutung einer modernen Personalpolitik im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende betont.
«Man wolle klären, ob das Modell ‹auch für die Stadt Luzern ein sinnvoller Schritt ist, um als Arbeitgeberin attraktiv zu bleiben»,
heisst es in der Kommunikation der Motion, woraus die zentrale Zielsetzung hervorgeht: die Prüfung eines Modells, das zwei Arbeitsstunden pro Woche weniger vorsieht.
Was bedeutet das konkret für Stadtangestellte und die Stadtkasse?
Die Motion fordert zunächst eine Abklärung; eine unmittelbare Umstellung oder gesetzliche Änderung ist damit nicht verbunden. Entscheidend werden die Ergebnisse jener Prüfung sein, insbesondere hinsichtlich:
- Personalplanung und Dienstleistungsqualität in der Verwaltung,
- Finanziellen Auswirkungen auf das Budget (z. B. zusätzliche Stellenbedarf oder Überstundenregelungen),
- Rechtlicher Umsetzbarkeit innerhalb bestehender Arbeitsverträge und der kantonalen / kommunalen Vorgaben.
Die Stadtverwaltung arbeitet aktuell mit einer 42‑Stunden‑Woche; eine mögliche Umstellung auf 40 Stunden würde eine Anpassung von Dienstplänen, Abläufen und möglicherweise auch des Personalbestands erfordern. Ob und in welchem Umfang dies mit Mehrkosten verbunden wäre, soll Gegenstand der Prüfung sein.
Einordnung im kantonalen Kontext
In Luzern wäre eine solche Änderung — sofern sie umgesetzt würde — in der Region nicht unbedingt die Norm. Die Initianten verweisen auf internationale Beispiele, die als Vorbild dienen können, doch welche Modelle in anderen Schweizer Gemeinden und Kantonen bereits praktiziert werden, bleibt in der Motion offen und dürfte Teil der Abklärungsarbeit sein.
Was bedeutet das für die Bevölkerung?
Für die Einwohnerinnen und Einwohner kann eine verkürzte Wochenarbeitszeit in der Verwaltung unterschiedliche Effekte haben: Einerseits könnte die Stadt als Arbeitgeberin attraktiver werden, was langfristig den Fachkräftemangel mindern und die Qualität der Dienstleistungen sichern kann. Andererseits könnten sich Übergangsphasen oder Anpassungsmassnahmen auf die Verfügbarkeit einzelner Dienstleistungen auswirken, falls beispielsweise Stellen aufgestockt oder Abläufe umorganisiert werden müssen.
| Bestand | Vorgeschlagen |
|---|---|
| 42 Stunden pro Woche (aktuell in der Stadt Luzern) | 40 Stunden pro Woche (Prüfauftrag durch Motion) |
Die Diskussion um Arbeitszeitverkürzungen bleibt politisch umstritten: Entscheidend werden die Ergebnisse der Prüfung sein, die mögliche Modelle, Auswirkungen auf Kosten und Personal sowie Optionen zur schrittweisen Umsetzung transparent aufzeigen muss.
Der Stadtrat wird nun voraussichtlich die Motion entgegennehmen und die geforderte Abklärung in Auftrag geben. Für Beschäftigte, Personalvertretungen und Steuerzahlende beginnt damit eine Phase, in der konkrete Szenarien und deren Folgen analysiert werden.