Stadt soll Quartierbus vorlegen — Motion verlangt Sonderkredit
Die Fraktion Grüne/Junge Grüne/GLP fordert, dass die Stadt Kriens einen Vorschlag für die Einführung eines Quartierbusses ausarbeitet und die dafür nötigen finanziellen Mittel beantragt. Anlass ist die Neukonzipierung der Buslinie 15 im Zuge des Fahrplans 2027, durch die Haltestellen wie die Bachstrasse entfallen könnten. Gefordert wird ein Angebot, das Gebiete erschliesst, die sonst keinen ÖV-Anschluss hätten oder diesen verlieren.
Die Motion von Pascal Meyer (GLP) sieht vor, dass der Quartierbus «
den regionalen ÖV ergänzen – nicht ersetzen – und primär von der Stadt Kriens getragen werden». Damit soll die «wohnortnahe Grunderschliessung» sichergestellt werden und die Zugänglichkeit von Quartieren erhalten bleiben.
Begründung und betroffene Gruppen
Laut Motion würden von dem Angebot insbesondere folgende Bevölkerungsgruppen profitieren:
- Ältere und mobilitätseingeschränkte Personen, die auf kurze, barrierearme Wege angewiesen sind;
- Familien und Personen mit schwerem Einkauf, für die ein dichteres ÖV-Angebot Alltagserledigungen erleichtert;
- Schülerinnen und Schüler, deren Schulwege sicherer und verlässlicher gestaltet werden sollen.
Als zusätzliches Ziel nennt die Motion die Verlagerung von Alltagswegen vom Auto auf den öffentlichen Verkehr, um die Attraktivität der Quartiere als Wohnstandort zu erhalten.
Finanzierung und Umfang sollen beschränkt bleiben
Die Fraktion betont, dass das Angebot den regionalen ÖV nur ergänzen dürfe. In der Motion wird gefordert, den Infrastrukturaufwand «auf das gesetzeskonforme Minimum zu begrenzen». Sollte der Stadtrat die Motion überweisen, müsste er einen Sonderkredit zur Schaffung und zum Betrieb des Quartierbusses vorlegen.
Konkrete Folgen für den Fahrplan 2027
Die vorgeschlagene Massnahme steht in direktem Zusammenhang mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel 2027. Wenn die Neukonzipierung der Linie 15 umgesetzt wird und Haltestellen wie die Bachstrasse wegfallen, drohen für Anwohnende längere Fusswege oder schlechtere ÖV-Anschlüsse. Ein Quartierbus könnte diese Lücken gezielt schliessen und die Erreichbarkeit in Randbereichen verbessern.
Offen bleibt, wie die Stadt Kriens, der Kanton oder die regionalen Verkehrsbetriebe die Kostenanteile regeln würden und ob eine Lösung in Form eines kleinen Ringbetriebs oder mehrerer Feederlinien vorgesehen ist. Die Motion weist lediglich darauf hin, dass die Stadt primär die Verantwortung tragen und die Lösung das regionale Angebot nur ergänzen soll.
Ausblick
Als nächster Schritt ist die Behandlung der Motion im Stadtrat zu erwarten. Entscheidend wird sein, in welchem Umfang ein Sonderkredit bewilligt wird und wie rasch ein konkretes Betriebskonzept vorliegt. Für betroffene Quartiere und besonders mobilitätsbeschränkte Bewohnerinnen und Bewohner könnte die Umsetzung bereits kurzfristig spürbare Verbesserungen bringen.