Finanzlage führt zu einer Korrektur der Hochschulplanung
Die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden hat die Hochschulöffentlichkeit über eine akute Haushaltskrise informiert. Während die Mittel für Personalausgaben den tariflichen Entwicklungen gefolgt seien, blieben die Zuschüsse für Sachausgaben und Investitionen seit den 2010er-Jahren praktisch unverändert – trotz hoher Inflation. Dadurch habe sich eine wachsende Lücke zwischen Einnahmen und laufenden Ausgaben aufgetan, die sich kurzfristig nicht mehr allein durch Sparmassnahmen bei Sachkosten schliessen lasse.
Konkrete Zahlen und Prognosen
Die Hochschule weist bereits operative Verluste aus: Nach einem positiven Abschluss 2024 meldete sie für 2025 einen Verlust von knapp 300.000 Euro. Für die Folgejahre plant der Wirtschaftsplan weitere Defizite von 482.400 Euro (2027) und 530.300 Euro (2028). Laut Hochschulsprecherin Andrea Weippert könnten Rücklagen diese Lücken in den nächsten beiden Jahren noch abdecken, ab 2029 wären diese Reserven jedoch aufgebraucht.
| Jahr | Ergebnis / Plan |
|---|---|
| 2024 | Positives Ergebnis |
| 2025 | Verlust ~ 300.000 € |
| 2027 | Geplanter Verlust 482.400 € |
| 2028 | Geplanter Verlust 530.300 € |
Auswirkungen auf Lehre und Betreuung
Die Hochschule sieht sich gezwungen, auch bei den Personalausgaben zu kürzen. Das hat unmittelbare Folgen für die Betreuung der Studierenden, die Qualität der Lehre sowie künstlerische Praxis und Forschung. Rektor Oliver Kossack betont, dass es sich nicht mehr um Kürzungen handle, die allein durch organisatorische Anpassungen oder zusätzliche Anstrengungen aufgefangen werden könnten; es stünden strukturelle Veränderungen an, die den Studienbetrieb grundlegend verändern würden.
„Wir reden nicht mehr über Kürzungen, die sich durch zusätzliche Anstrengungen oder organisatorische Anpassungen auffangen lassen. Wir stehen vor strukturellen Herausforderungen, die den Studienbetrieb grundlegend verändern würden“, so Rektor Oliver Kossack.
Was bereits unternommen wurde und welche Optionen bleiben
Die Hochschule habe zunächst versucht, Einsparungen bei den Sachmitteln vorzunehmen, teilweise zulasten der Substanz. Diese Reserven seien jedoch erschöpft; allein über diese Einsparungen lasse sich die entstehende Deckungslücke künftig nicht mehr schliessen, erklärt Weippert. Trotz erfolgreicher Einwerbung von Drittmitteln sei die HfBK nicht immun gegen die Defizite in den öffentlichen Haushalten.
- Kurzfristig: Deckung der Lücken durch bestehende Rücklagen (nur bis 2028/2029).
- Mittelfristig: Notwendige Kürzungen bei Personalkosten mit Folgen für Betreuung und Lehre.
- Langfristig: Notwendigkeit einer finanziellen Nachjustierung durch Geldgeber oder strukturelle Restrukturierung der Hochschule.
Für Studierende und Beschäftigte bedeutet das: Bereits heute geplante Lehrangebote, Atelier- oder Laborzeiten sowie projektbezogene Betreuung könnten eingeschränkt werden. Studieninteressierte sollten sich bei konkreten Fragen zu Leistungsangeboten und Betreuung frühzeitig bei der Hochschule informieren. Hochschul- und Bildungspolitik sind nun gefordert, Perspektiven für die Finanzierung künstlerischer Hochschulen zu diskutieren, damit Qualitätsverluste und Einschnitte in der künstlerischen Ausbildung vermieden werden.