Fachkräfte aus mehreren Ländern befassen sich mit Neandertaler-Fundplätzen im Alpstein
Die Swiss International Summer School for Alpine Archaeology (Sisa) hat ihre Ostschweizer Etappe mit einer fokussierten Kurzveranstaltung abgeschlossen. Rund 20 fortgeschrittene Studierende, Doktorierende und Fachpersonen trafen sich zu Vorträgen, Museumsbesuchen und einer gemeinsamen Begehung der Wildkirchli-Höhlen unterhalb der Ebenalp. Damit rückte ein lokal bekanntes Fundgebiet wieder ins Zentrum aktueller Forschungsgespräche.
Die Veranstaltung kombinierte wissenschaftliche Einführungen mit praktischen Anschauungen: Einführende Fachvorträge erklärten die Landschaftsgeschichte der letzten 100'000 Jahre und ordneten die Bedeutung der Fundstellen für die Neandertaler-Forschung ein. Die anschliessende Begehung der Wildkirchli-Höhlen im Alpstein diente als Ausgangspunkt für Diskussionen zur Entstehung der alpinen Landschaft und zur Interpretation archäologischer Befunde.
- Ort der Aktivitäten: Wildkirchli-Höhlen (Ebenalp) sowie Museen in St. Gallen
- Teilnehmende: rund 20 fortgeschrittene Studierende, Doktorierende und Fachpersonen
- Schwerpunkte: Landschaftsgeschichte, Forschungsgeschichte der Wildkirli-Funde, vergleichende Analyse von Fundmaterial
Im Kulturmuseum St. Gallen standen die Forschungsgeschichte und aktuelle Arbeiten an den Wildkirchli-Funden im Vordergrund. Die Teilnehmenden erhielten zudem Zugang zu einer Sammlung von über 1000 Steinfunden, die erst vor Kurzem räumlich zusammengeführt worden waren. Diese Zusammenführung erleichtert die wissenschaftliche Arbeit, da zuvor über Jahrzehnte verteilte Objekte wieder gemeinsam betrachtet werden können.
Das Programm wurde im Naturmuseum St. Gallen ergänzt durch Einsichten in die Tierknochenbestände der Bächler-Sammlung. Hier lieferten die Bestände, darunter zahlreiche Höhlenbär-Überreste und weitere eiszeitliche Faunenreste, wichtige Ergänzungen zur archäologischen Interpretation der Fundplätze.
Die Ostschweizer Etappe der Summer School machte deutlich, dass die Wildkirchli-Fundstellen im Alpstein nicht nur lokalhistorische Bedeutung haben, sondern auch international Beachtung finden. Die Veranstaltung bot zudem wertvolle Impulse für künftige Forschungsprojekte, insbesondere hinsichtlich:
| Aspekt | Bedeutung für die Region |
|---|---|
| Sammlungszusammenführung | Erleichtert vergleichende Forschung und Auswertungen |
| Interdisziplinärer Austausch | Fördert neue Fragestellungen zur Landschafts- und Besiedlungsgeschichte |
| Museale Zugänglichkeit | Verbessert Nutzungsmöglichkeiten für Lehre und Forschung |
Für die Bevölkerung und lokale Institutionen bedeutet die Veranstaltung konkret, dass die Wildkirchli-Höhlen und die zugehörigen Sammlungen weiter in den Fokus wissenschaftlicher Arbeit rücken. Das kann langfristig zu verstärkter Kooperation zwischen Museen, Forschungseinrichtungen und Gemeinden führen sowie Bildungsangebote und touristische Vermittlung stärken. Gleichzeitig zeigt die Veranstaltung, wie wichtig die konservatorische Sicherung und die fachliche Erschliessung historischer Funde für nachhaltige Forschung und regionale Wissensvermittlung sind.