Ungewohnter Blickfang in der Hauptgasse
Ein ungewöhnlicher Gast bewegte sich am Dienstag durch die Appenzeller Hauptgasse: «Gigi», ein Roboter der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), war zusammen mit dem Mobilitätstüftler Frank M. Rinderknecht zu Fuss unterwegs. Der Besuch ist Teil der Tour de Suisse Robotique, mit der die Forscherinnen und Forscher Alltagssituationen testen und die Reaktionen der Bevölkerung auswerten wollen.
Der Roboter ist 1,3 Meter gross und verfügt über Sprachfunktionen; er kann also mit Menschen interagieren. In Appenzell machte Gigi unter anderem Halt in der Migros – was genau er dort tätigte, wird laut Angaben erst später kommuniziert und in einem Kurzfilm dokumentiert. Anschliessend zog Gigi durch die belebte Hauptgasse, wo die Begegnung mit Einheimischen und Touristinnen unterschiedliche Reaktionen auslöste.
«Für uns ist entscheidend, dass Gigi nicht nur technisch funktioniert, sondern in realen Situationen sinnvoll und nachvollziehbar handelt», sagte Theresa Schmiedel, Leiterin der Fachstelle Social Robotics an der ZHAW.
Die Forschenden interessieren sich nicht nur für Technikdaten: Sie möchten wissen, wie Menschen auf Robotik im öffentlichen Raum reagieren, welche Berührungsängste bestehen und welche Erwartungen geäussert werden. Rückmeldungen aus solchen Feldversuchen fliessen direkt in die Weiterentwicklung der Systeme.
- Besuchstour: Tour de Suisse Robotique
- Begleitung: Mobilitätstüftler Frank M. Rinderknecht
- Aufenthalt in Appenzell: Migros und Hauptgasse
Als Teil des Forschungsansatzes soll Gigi an seinen Stationen auch lernen: Die Verantwortlichen erwähnten, dass er beispielsweise Aufgaben wie Käse- oder Schokoladenherstellung kennenlernen könne. Solche Demonstrationen dienen laut ZHAW dazu, die Technologie greifbar zu machen und «virtuelle Ängste» abzubauen; Film- und Befragungsmaterial sollen die Erkenntnisse ergänzen.
Für Appenzellerinnen und Appenzeller bedeutet der Besuch mehr als Anekdote: Er ist eine Gelegenheit, neue Technik im Alltag zu erleben und direkt Einfluss auf ihre Entwicklung zu nehmen. Gleichzeitg eröffnet er Fragen zur Akzeptanz, zum praktischen Nutzen und zu möglichen Einsätzen von Assistenzrobotern in Geschäften, Tourismus und Betreuung – Debatten, die auch in der lokalen Politik und Wirtschaft Aufmerksamkeit verdienen.
| Faktor | Bekanntes Detail |
|---|---|
| Institution | ZHAW (Fachstelle Social Robotics) |
| Begleitung | Frank M. Rinderknecht |
| Ort in Appenzell | Migros, Hauptgasse |
| Grösse | 1,3 Meter |