Lokales Talent überzeugte Jury mit nachhaltigem Brückenentwurf
Der Appenzeller Bauingenieur Rouven Inauen erhielt am 19. Juni im Landesmuseum Zürich den nationalen «Best of Bachelor»-Preis des Fachrates Bau. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre an Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Bauingenieurwesen und Holztechnik vergeben; für die aktuelle Runde waren insgesamt 512 Absolventen der Schweizer Fachhochschulen teilnahmeberechtigt.
Inauen, der an der Fachhochschule Graubünden studierte, wurde für seine Bachelorarbeit geehrt. In dieser plante er eine 100 Meter lange Langsamverkehrsbrücke über den Rhein, die in Gestaltung und Lage zur bestehenden Rheinbrücke in Tamins passen soll. Als zentrale Lösung schlug er einen stählernen Zweigelenkbogen vor, der laut Arbeit sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Kriterien erfüllt. In seinem Konzept berücksichtigte er zudem den Bauablauf und den Transport der Bauelemente – Punkte, die im Ingenieurwesen für die Realisierbarkeit entscheidend sind.
«Die nominierten Arbeiten unserer Bauingenieurstudenten zeichnen sich durch ihre hohe Qualität und die Umsetzbarkeit aus», sagte Imad Lifa, Institutsleiter an der Fachhochschule Graubünden und Mitglied des Fachrates Bau.
Die Fachhochschule Graubünden hatte pro Jahrgang je zwei Bachelorarbeiten nominiert. Für den Abschlussjahrgang 2024 waren Gian-Reto Jenny (Andeer) und Kevin Moar Rana (Bonaduz) vorgeschlagen, für 2025 neben Inauen auch Dominic Müller (Balgach). Inauen hatte bereits zuvor Preise erhalten: Anfang September 2025 gewann er den Studierendenwettbewerb beim Footbridge-Symposium mit demselben Brückenentwurf.
Bedeutung für Appenzell Innerrhoden
Die Auszeichnung hat mehrere konkrete Bedeutungen für den Kanton:
- Sie unterstreicht die Qualität der lokalen Ausbildung und die Leistungsfähigkeit von Nachwuchskräften aus Appenzell.
- Projekte wie der Brückenentwurf fördern das Ansehen von Ingenieurleistungen aus der Region und können Berufsrückkehr oder Projektbeteiligungen in der Ostschweiz begünstigen.
- Die Berücksichtigung von Transport- und Bauablaufaspekten zeigt, dass die Arbeit nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch umsetzbar ist – ein Vorteil bei kantonalen oder regionalen Infrastrukturvorhaben.
Für Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons bleibt dies ein positives Signal: Junge Fachkräfte aus Appenzell erzielen national sichtbare Erfolge und bringen know-how in Feldern wie nachhaltigem Brückenbau, das für zukünftige lokale oder regionale Bauprojekte relevant sein kann.
| Nominiert (FH Graubünden) | Jahrgang |
|---|---|
| Gian-Reto Jenny (Andeer) | 2024 |
| Kevin Moar Rana (Bonaduz) | 2024 |
| Rouven Inauen (Appenzell) | 2025 |
| Dominic Müller (Balgach) | 2025 |
Die Auszeichnung bestätigt Inauens bisherigen Erfolgspfad im Bereich Fuss- und Velobrücken und hebt das Potenzial junger Ingenieurinnen und Ingenieure aus der Region hervor. Ob und wie ein solcher Brückenentwurf konkret in Projekten rund um Tamins oder anderswo umgesetzt wird, bleibt Sache von Behörden, Gemeinden und Fachplanern; die prämierte Arbeit liefert dafür eine geprüfte, umsetzungsorientierte Grundlage.