Höhere Parkgebühren sorgen weiter für Diskussionen
Die Debatte um Parkgebühren im Alpstein reißt nicht ab. Nachdem die Kantonsregierung im September 2025 eine massive Anpassung angekündigt hatte – ursprünglich von bisher Fr. 5 auf bis zu Fr. 30 pro Tag – kam seither ein Kompromiss zustande. Für den grossen Parkplatz in Wasserauen (AI) gilt heute eine Tagespauschale von Fr. 15.75. Diese mittlere Lösung dämpft die Extremwerte, lässt aber bei vielen Einwohnenden und Gästen weiterhin Unmut zurück.
Die Erhöhung ist nicht nur eine Abgabefrage. Sie betrifft die Erreichbarkeit von Ausflugszielen, die lokale Gastronomie und die Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner durch Besucherströme in Spitzenzeiten. Vor allem an sonnigen Sommertagen führt die starke Nachfrage zu vollen Parkplätzen und Wartezeiten; die eine Seite sieht darin eine notwendige Lenkungswirkung, die andere empfindet die Gebühr als zu hohe Barriere.
Forderung nach saisonalen Tarifen
In der laufenden Diskussion fordert ein ehemaliges Grossratsmitglied, Thomas Mainberger, eine differenziertere Lösung: saisonale Tarife, die den Betrieb den realen Besuchermustern anpassen. Sein konkreter Vorschlag ist, in den Wintermonaten wieder auf den alten Preis von Fr. 5 pro Tag zurückzugehen. Begründung: Die Verkehrssituation unterscheide sich deutlich zwischen Sommer und Winter, und im Winter sei der Ebenalp-Parkplatz oft nur halb ausgelastet.
„Der Ebenalp-Parkplatz ist halb leer“, so Mainberger in seiner Argumentation.
In Reaktion auf solche Einwände verweist die Standeskommission von Innerrhoden auf die Zuständigkeit der Bezirke. Die Entscheidung, die Gebühren anzuheben, war ursprünglich ein kantonaler Auftrag, doch die konkrete Umsetzung und Feinjustierung liegt offenbar bei den lokal Zuständigen.
Was die Änderung praktisch bedeutet
- Touristinnen und Touristen bezahlen jetzt Fr. 15.75 pro Tag in Wasserauen.
- Die höheren Tarife sollen in Spitzenzeiten die Parkplatznachfrage lenken und Einnahmen generieren.
- Diskussionen über saisonale Differenzierung und Rücknahmen für die Wintersaison bleiben offen.
Für Einheimische und Gewerbebetriebe ist wichtig zu wissen, wie kantonale Vorgaben und bezirkliche Umsetzung künftig zusammenspielen. Sollte ein System mit saisonalen Tarifen eingeführt werden, wären technische Anpassungen bei Parkautomaten und Informationskampagnen nötig, ebenso klare Beschlüsse der Bezirksbehörden.
Tabelle: Entwicklung und Stand der Parkgebühren
| Zeitraum/Status | Tagesgebühr Wasserauen |
|---|---|
| Vor Herbst 2025 (bis dato) | Fr. 5 |
| Kantonsvorschlag September 2025 | bis zu Fr. 30 |
| Aktueller Kompromiss (Stand Juli 2026) | Fr. 15.75 |
Die Diskussion bleibt politisch aufgeladen. Während die Regierung und Teile der Verwaltung die Erhöhung als Mittel zur Regulierung und zur Finanzierung notwendiger Infrastruktur sehen, verlangen Vertreter aus Bevölkerung und Politik eine pragmatischere, saisonal abgestufte Lösung. Entscheidend wird sein, ob die Bezirke einen Weg finden, die Tarife entlastend für die ruhigen Monate und lenkend in den Spitzenzeiten zu gestalten.
Für die Alltagspraxis bedeutet die aktuelle Lösung: Wer in der Hauptsaison mit dem Auto zum Alpstein kommt, muss mit höheren Parkkosten rechnen. Für Pendler, regelmässige Besucher und Betriebe bleibt die Frage offen, ob weitere Ausnahmeregelungen oder Abonnements vorgesehen werden. Solche Details sind bisher nicht in der öffentlichen Debatte konkretisiert worden.