Die Römisch‑Katholische Kirche im Kanton Aargau reorganisiert ihre fachliche Arbeit und führt die bisherigen Fachstellen in einem neuen «Zentrum für Kirchliche Arbeit und Entwicklung» zusammen. Das Konzept genehmigte der Kirchenrat an seiner Sitzung vom 1. Juli 2026. Ziel der Zusammenführung ist es, Ressourcen zu konzentrieren, die Unterstützung für Gemeinden zu verbessern und die Zusammenarbeit innerhalb der kirchlichen Strukturen zu stärken.
Welche Fachstellen werden vereinigt?
In das neue Zentrum werden organisatorisch folgende Bereiche integriert:
- Bildung und Propstei
- Diakonie
- Jugend und junge Erwachsene
- Katechese – Medien
Die Bündelung soll fachliche Expertise zugänglicher machen und die koordinierte Begleitung von Pfarreien oder Kirchgemeinden erleichtern. Konkret ist vorgesehen, dass das Zentrum Pfarreien bei strukturellen und pastoralen Wandelprozessen unterstützt, Aus‑ und Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende und Ehrenamtliche bereitstellt sowie sich in gesellschaftlichen und sozialen Fragen engagiert.
Aufbau, Leitung und Personal
Organisatorisch ist das neue Zentrum in drei Themenbereiche gegliedert: Mensch und Gesellschaft, Aus‑ und Weiterbildung inklusive Kirchenentwicklung sowie Dienstleistungen und Kooperationen. Es setzt auf selbstorganisierte Teams; eine einzelne Leitungsperson trägt die Gesamtverantwortung, arbeitet jedoch operativ mit und wird Mitglied der Geschäftsleitung.
Ein wichtiges Anliegen der Kirchenleitung ist die Sicherung der Kontinuität für die Mitarbeitenden: Alle bisherigen Angestellten der vier Fachstellen bleiben im neuen Zentrum beschäftigt, und ihre bisherigen Anstellungsgrade bleiben erhalten. Damit sollen Unsicherheiten in den betroffenen Teams möglichst vermieden werden.
„Mit dem neuen Zentrum bündeln wir Kompetenzen, stärken die Zusammenarbeit und schaffen einen Ort, der kirchliche Entwicklung aktiv unterstützt“, sagte Kirchenratspräsident Pascal M. Gregor laut Mitteilung.
Konsequenzen für Gemeinden und Freiwillige
Für Pfarreien und Kirchgemeinden im Kanton bedeutet die Neuorganisation mehrere praktische Veränderungen:
- Ein zentraler Ansprechpartner für Entwicklungsprozesse erleichtert die Suche nach fachlicher Unterstützung.
- Koordinierte Aus‑ und Weiterbildungsangebote können Schulungen und Austausch für Mitarbeitende und Ehrenamtliche besser bündeln.
- Die Verankerung von Themen wie Diakonie und Jugendarbeit in einem gemeinsamen Zentrum fördert die Vernetzung zwischen unterschiedlichen Angeboten.
Die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Bistum Basel sowie ökumenischen Partnern soll zudem die regionale Abstimmung in pastoralen und sozialen Fragen fördern.
Offene Fragen und Ausblick
Diskutiert werden noch konkrete Abläufe der Zusammenarbeit zwischen den Teams, die räumliche Verortung des Zentrums sowie die Ausgestaltung der Angebote für Weiterbildung und Beratung vor Ort. Der Entscheid des Kirchenrats ist jedoch ein klarer Schritt hin zu einer stärker zentralisierten Fachinfrastruktur.
| Element | Stand |
|---|---|
| Genehmigung durch Kirchenrat | 1. Juli 2026 |
| Zusammengeführte Fachstellen | 4 (Bildung & Propstei, Diakonie, Jugend, Katechese‑Medien) |
| Personalstatus | Alle Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt; Anstellungsgrade bleiben unverändert |
Für Pfarreien sowie freiwillig engagierte Personen im Kanton ist zu erwarten, dass Anlaufstellen künftig klarer sind und Unterstützungsangebote gebündelt angeboten werden. Die Umsetzung der neuen Struktur bleibt nun Gegenstand der nächsten administrativen Schritte.