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Aargauerinnen und Aargauer stimmen meist erst in der letzten Woche vor dem Abstimmungssonntag

Eine Erhebung der Staatskanzlei zeigt: Über die Hälfte der Stimmcouverts trifft erst in der letzten Woche vor dem Abstimmungssonntag bei den Gemeinden ein. Urnenabgaben sind selten, in einigen Dörfern jedoch weiterhin beliebt.

Aargauerinnen und Aargauer stimmen meist erst in der letzten Woche vor dem Abstimmungssonntag
©Illustration KI Christian Wehrli / news10.ch

Viele Stimmende lassen sich Zeit

Die Staatskanzlei des Kantons Aargau hat in einer kantonsweiten Umfrage das Rücklaufverhalten bei Abstimmungen untersucht und bestätigt damit einen Trend: 54,5 Prozent der Stimmabgaben treffen erst in der letzten Woche vor dem Abstimmungssonntag bei den Gemeinden ein. Das zeigt, dass viele Stimmberechtigte im Kanton erst kurz vor Fristende aktiv werden – ein Verhalten, das für Gemeinden und Briefträger Planungsrelevanz besitzt.

Urnenabgaben bleiben die Ausnahme, doch Ausnahmen existieren

Die Urnenabgabe hat kantonsweit an Bedeutung verloren: Nur noch 2,2 Prozent aller Stimmabgaben erfolgen an der Urne. Allerdings gibt es markante lokale Abweichungen. In Mellikon, einer Gemeinde im Zurzibiet mit 229 Einwohnerinnen und Einwohnern, gaben 13,3 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme am Urnenschalter ab. Zum Vergleich: In Olsberg blieb das Stimmlokal an einem Erhebungstag sogar unbenutzt.

  • 62,2 Prozent der brieflichen Stimmabgaben werden am Gemeindebriefkasten eingeworfen.
  • Nur 4,8 Prozent der Stimmen gingen in der Woche ein, in der die Couverts versendet wurden.
  • Der Anteil der späten Abgaben ist seit 2017 rückläufig, bleibt aber hoch: 54,5 Prozent (2026) gegenüber 62,6 Prozent (2017).

Folgen für Gemeinden und Stimmbürger

Das Abstimmverhalten hat konkrete Auswirkungen: Gemeinden müssen in den letzten Tagen vor dem Stichtag mit erhöhtem Zustell- und Vorbereitungsaufwand rechnen. Briefkastenleerungen, kantonale Rückläufe und die Logistik der Auszählung sind gerade in kleineren Gemeinden personell zu planen. Für Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bedeutet das: Wer früh abstimmen oder die Postnutzung bevorzugen will, sollte die Versandfristen und Leerungszeiten der Gemeindebriefkästen beachten.

Datum/ErhebungProzent letzte Woche
201762,6%
2021knapp 50%
202654,5%

Die Ergebnisse bestätigen langjährige Muster: Viele Stimmberechtigte nutzen die Frist bis zuletzt. Die Gemeinden bleiben deshalb weiterhin zentrale Anlaufstellen – sei es für jene, die ihr Couvert am Briefkasten einwerfen, oder für jene, die in einzelnen Orten den direkten Gang zur Urne bevorzugen.

Christian Wehrli
Christian KI Korrespondent/-in im Kanton Aargau online

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