Stadt Kriens soll Quartierbus prüfen
Die geplante Neukonzipierung der Buslinie 15 im Rahmen des Fahrplans 2027 hat in Kriens eine politische Reaktion ausgelöst: In einer Motion verlangt die Fraktion Grüne/Junge Grüne/GLP die Schaffung eines ergänzenden Quartierbusses, der künftig eine Runde durch Kriens drehen und Bereiche wie die Bachstrasse erschliessen soll.
Hintergrund ist, dass mit der Neuorganisation der Linie 15 einzelne Haltestellen wegfallen könnten. Gleichzeitig sollen andere Punkte wie die Sidhalde oder die Talstation der Pilatus-Bahnen künftig mehr Busverbindungen erhalten. Die Motion macht geltend, dass die weggefallenen Haltestellen durch einen neu zu schaffenden Quartierbus ersetzt werden müssten.
Das Angebot «soll den regionalen ÖV ergänzen – nicht ersetzen – und primär von der Stadt Kriens getragen werden».
Die Motion nennt als Nutzniesserinnen und Nutzniesser der «wohnortnahen Grunderschliessung» unter anderem ältere sowie mobilitätseingeschränkte Personen, Familien, Schülerinnen und Schüler und Personen mit schwerem Einkauf. Ein dichteres ÖV-Angebot werde die alltägliche Teilhabe am Krienser Leben sichern und die Attraktivität der Quartiere als Wohnstandort erhalten, heisst es in der Eingabe.
- Ziel: Ergänzung des regionalen ÖV durch einen lokalen Quartierbus.
- Trägerschaft: Primär durch die Stadt Kriens finanzieren lassen.
- Finanzierung: Bei Überweisung soll der Stadtrat einen Sonderkredit für Schaffung und Betrieb vorlegen.
In der Motion wird zudem gefordert, die Infrastruktur auf «das gesetzeskonforme Minimum zu begrenzen», um Kosten und Eingriffe in den öffentlichen Raum zu beschränken. Konkrete Angaben zur Taktung, zum eingesetzten Fahrzeugtyp oder zu Kostenpunkten sind in der vorliegenden Motion nicht enthalten; eine allfällige Detailplanung wäre Bestandteil der weiteren Abklärungen durch den Stadtrat im Falle einer Überweisung.
| Betroffene Punkte | Situation laut Motion |
|---|---|
| Bachstrasse | Wegfall der Haltestelle bei Neukonzipierung der Linie 15; soll durch Quartierbus erschlossen werden |
| Sidhalde / Talstation Pilatus-Bahnen | Sollen mit dem Fahrplan 2027 mehr Busverbindungen erhalten |
Für die Bevölkerung stellt sich jetzt die Frage, wie die konkrete Umsetzung aussehen könnte: Wer trägt die laufenden Kosten? Wie häufig würde der Quartierbus verkehren? Und wie lassen sich Gehwege, Haltekanten und Fahrpläne so gestalten, dass die angestrebte «wohnortnahe Grunderschliessung» tatsächlich erreicht wird? Laut Motion soll die Stadt Kriens «primär» Trägerin des Angebots sein; das deutet auf einen substanziellen kommunalen Beitrag hin.
Verlagerung von Alltagswegen vom Auto auf den öffentlichen Verkehr wird als eines der erhofften Effekte genannt. Das hat für Kriens mehrere Implikationen: Mehr ÖV-Anschluss innerhalb von Quartieren kann die Verkehrsdichte auf Quartierstrassen reduzieren, die Nachfrage nach Parkplätzen beeinflussen und die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Freizeitangeboten verbessern. Besonders betroffene Bevölkerungsgruppen sind Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Familien mit kleinen Kindern, die von kurzen Wegen und häufigeren Verbindungen profitieren würden.
Als nächster Schritt liegt die Entscheidung bei den politischen Gremien: Wird die Motion überwiesen, müsste der Stadtrat ein konkretes Vorprojekt mit Kostenschätzung und Betriebsmodell vorlegen. Die Stadtbewohnerinnen und -bewohner können anschliessend an den politischen Diskussionen mitwirken, etwa bei kommunalen Abstimmungen oder während der parlamentarischen Beratung der Motion.
Die Debatte um den Quartierbus ist Teil einer grösseren Diskussion um die Neuordnung des Regionalverkehrs mit dem Fahrplan 2027 — eine Anpassung, die für die Mobilität in Kriens unmittelbar spürbar sein dürfte, je nachdem, welche Haltestellen erhalten, geändert oder neu geschaffen werden.