Gemeinsamer Meldekanal statt einzelner Stadttools
Die Stadt Luzern schliesst sich einer neuen, gemeinschaftlichen Plattform gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit an. Auf www.wirschauenhin.ch können Betroffene oder Beobachterinnen und Beobachter künftig Vorfälle anonym melden. Das Portal fasst die bisherigen städtischen Meldetools «Zürich/ Bern/ Luzern schaut hin» zusammen und soll die Erfassung und Sichtbarmachung solcher Vorfälle verbessern.
Die beteiligten Gemeinden verfolgen mit dem Zusammenschluss mehrere Ziele: Sie wollen Übergriffe sichtbarer machen, die Bevölkerung sensibilisieren und Synergien bei Präventionsmassnahmen nutzen. Explizit nennt die Initiative nicht die Erstellung repräsentativer Statistiken und bietet auch keine direkte Beratung für Betroffene an.
Was die Plattform bietet — und was nicht
- Anonyme Meldung: Meldungen können ohne Identitätsangaben erfolgen.
- Städtespezifische Adressen: Meldungen sind über stadtbezogene URLs oder das zentrale Portal möglich.
- Keine direkte Beratung: Das Tool ist nicht als Anlaufstelle für individuelle Beratung konzipiert.
Die Plattform versteht sich als Instrument zur Sensibilisierung und zur Aufforderung an die Öffentlichkeit, hinzuschauen und gegebenenfalls zu intervenieren. Sie soll zudem Behörden und Gemeinden ermöglichen, Erkenntnisse aus Meldungen für präventive Massnahmen zu nutzen.
Welche Gemeinden sind beteiligt?
| Status | Gemeinden / Städte |
|---|---|
| Bereits angeschlossen | Zürich, Bern, Luzern, Biel, Kloten |
| Schliesst sich an | St. Gallen (wird sich anschliessen) |
Mit dem Zusammenschluss schaffen die beteiligten Gemeinden eine gemeinsame Basis, die auch weiteren Gemeinden und Kantonen offensteht. Damit entfallen für jede Stadt separate Plattformen, was Ressourcen einsparen und Datenvergleich erleichtern kann.
Konkrete Folgen für Luzernerinnen und Luzerner
Für die Bevölkerung in Luzern bedeutet die Plattform ein zusätzliches Instrument, um sexuelle Belästigung und queerfeindliche Übergriffe ausserhalb der klassischen Meldewege sichtbar zu machen. Sie bietet eine einfache, niederschwellige Möglichkeit, Vorfälle zu dokumentieren, ohne den Schritt zu einer persönlichen Anzeige oder Beratung zwingend gehen zu müssen.
Die Stadtverwaltung kann auf Basis der Meldungen lokale Präventionsmassnahmen besser ausrichten. Allerdings ersetzt die Plattform nicht die professionelle Opferhilfe oder polizeiliche Anzeigen — wer unmittelbare Hilfe braucht, muss weiterhin spezialisierte Beratungsstellen oder die Polizei kontaktieren.
Das neue Portal orientiert sich ausserdem an der Umsetzung der Istanbul-Konvention gegen geschlechtsspezifische Gewalt, wie die beteiligten Gemeinden in ihren Angaben betonen.
Weitere Informationen sowie das Meldformular sind abrufbar unter: www.wirschauenhin.ch.