Die Bundespolizei zieht für 2025 eine gemischte Bilanz: Während die insgesamt registrierten Straftaten in ihrem Zuständigkeitsbereich zurückgingen, nahm die Zahl der Gewaltdelikte zu. Das berichtet die Bundespolizei in ihrem Jahresbericht und liefert damit Zahlen, die Politik und Bahnverkehr unmittelbar betreffen.
Mehr Gewalt, weniger Gesamtkriminalität
Im vergangenen Jahr wurden im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei rund 604.700 Straftaten registriert – das sind etwa 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Anders sieht es bei der Gewaltkriminalität aus: Hier stieg die Zahl um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle. Zur Gewaltkriminalität zählt die Bundespolizei unter anderem Körperverletzungen, Raub, Taten gegen das Leben, Widerstand gegen Staatsgewalt und Freiheitsdelikte; Sexualdelikte werden gesondert ausgewiesen.
Die Ursachen des gegensätzlichen Trends liegen laut Bericht teilweise in veränderten Kontrollen an den Grenzen und bei Asylverfahren: Seit September 2024 werden Einreisen stärker kontrolliert und seit Mai 2025 in vielen Fällen auch Asylsuchende zurückgewiesen, was die Zahl der Verstösse gegen das Aufenthaltsgesetz sanken liess.
- Gewaltdelikte: rund 35.400 Fälle (+4,2 %)
- Gesamtstraftaten: rund 604.700 (-5,8 %)
- Angriffe auf Einsatzkräfte: 3.185 Fälle (+7,4 %)
- Verletzte Polizistinnen und Polizisten: 818 (+1,7 %)
Besonders alarmierend: Die Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte stieg um 7,4 Prozent auf 3.185 Fälle; dabei wurden 818 Beamte verletzt. Zu den Attacken zählten neben Faustschlägen und Tritten auch Bisse und Spuck-Attacken. Bei den Tatverdächtigen mit bekannter Staatsangehörigkeit lag der Anteil deutscher Staatsbürger bei 53 Prozent. In etwa 53 Prozent der Angriffe standen die Beschuldigten unter dem Einfluss berauschender Mittel.
| Indikator | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|
| Gesamtstraftaten (Zuständigkeitsbereich) | 604.700 | -5,8 % |
| Gewaltdelikte | 35.400 | +4,2 % |
| Angriffe auf Einsatzkräfte | 3.185 | +7,4 % |
| Verletzte Einsatzkräfte | 818 | +1,7 % |
Ein weiterer, wenn auch kleinerer Befund: In 3,9 Prozent der Gewaltdelikte wurde ein Messer mitgeführt. Solche Zahlen nähren Debatten über Ausrüstung, Personal und Präventionskonzepte in Bahnhöfen, auf Flughäfen und an Verkehrsknotenpunkten.
Die Daten werfen mehrere Fragen auf: Wie sollen Einsatzkräfte besser geschützt werden? Reichen Personalaufstockungen und bessere Schutzausrüstung, oder braucht es andere Konzepte, etwa mehr Sozialarbeit an Brennpunkten und Gesundheitsinterventionen gegen Suchtkrisen? Und welche Rolle spielen die seit 2024 intensivierten Grenzkontrollen bei der Kriminalitätsentwicklung insgesamt?
Fest steht: Rückgänge bei einzelnen Deliktkategorien können politische Debatten über Migration und Grenzsicherung befeuern, während der Anstieg von Gewalt- und Angriffstaten den unmittelbaren Schutz von Fahrgästen und Einsatzkräften zur Priorität macht. Die Balance zwischen präventiven, polizeilichen und politischen Antworten bleibt die zentrale Herausforderung für die nächsten Monate.