Kanton Nidwalden

Mehrheit der Nidwaldner Jugendlichen beginnt Lehre im Kanton – Vielfalt bleibt begrenzt

Rund zwei Drittel der Schulabgängerinnen und -abgänger in Nidwalden starten eine Ausbildung in ihrem Heimatkanton. Beliebteste Berufe sind kaufmännische Lehre, Fachfrau/Fachmann Gesundheit und Elektroinstallateur/in; typische Geschlechterrollen prägen die Berufswahl.

Mehrheit der Nidwaldner Jugendlichen beginnt Lehre im Kanton – Vielfalt bleibt begrenzt
©Illustration KI Claudia Odermatt / news10.ch

Hohe Lehrstellenbindung an den Kanton

Im kommenden August beginnen viele junge Menschen aus Nidwalden und Obwalden eine berufliche Grundausbildung – mehrheitlich in der Heimat. Eine gemeinsame Auswertung der beiden Kantone zeigt, dass in beiden Kantonen über zwei Drittel der Jugendlichen eine Lehrstelle im eigenen Kanton gefunden haben. Für Nidwalden wurden 389 Schulabgängerinnen und -abgänger gezählt, in Obwalden sind es 375.

Welche Lehren werden gewählt?

Die deutlich stärksten Ausrichtungen sind:

  • Kaufmännische Lehre
  • Fachfrau / Fachmann Gesundheit
  • Elektroinstallateur / -installateurin

In Obwalden beginnen Lernende ihre Ausbildung in rund 60 verschiedenen Berufen, in Nidwalden in etwa 70. Insgesamt zeigt sich eine stärkere Berufsvielfalt bei männlichen Jugendlichen; viele Frauen und Männer wählen überwiegend «geschlechtstypische» Berufe. Einzelne Ausnahmen von dieser Tendenz sind etwa Lehren als Baumaschinenmechanikerin, Fachmann Gesundheit oder Fahrradmechanikerin.

Weitere Bildungswege und Übergänge

Rund zwei Drittel aller Schulabgängerinnen und -abgänger beginnen eine Lehre. Etwa ein gutes Fünftel entscheidet sich für einen weiterführenden Schulweg; hiervon sind rund 60 Prozent junge Frauen. Die meisten dieser Übertritte führen an die kantonale Mittelschule, seltener an eine Fachmittelschule oder an ein ausserkantonales Kurzzeitgymnasium.

KantonAnzahl SchulabgängerZwischenjahr
Obwalden3758.3 %
Nidwalden3899.8 %

Die Zahl der Jugendlichen, die ein Zwischenjahr beginnen, ist in Nidwalden gegenüber dem Vorjahr gestiegen; in Obwalden ging der Anteil leicht zurück. Praktisch alle Befragten wussten zum Zeitpunkt der Erhebung bereits, wie es nach der obligatorischen Schule weitergeht: In beiden Kantonen lag der Anteil derjenigen mit einer Anschlusslösung bei über 99 Prozent.

Konsequenzen für Region und Ausbildungsmarkt

Die starke Bindung an kantonale Lehrstellen hat mehrere praktische Folgen: Für lokale Betriebe bedeutet sie eine verlässliche Zulaufbasis an Lernenden; gleichzeitig bleibt die regionale Berufsmischung relativ eng, was Fachkräfteperspektiven in weniger nachgefragten Berufen erschweren kann. Schulen und Berufsberatungen sind gefordert, Jugendliche über die Bandbreite beruflicher Optionen zu informieren, damit Engpässe in einzelnen Bereichen frühzeitig sichtbar werden.

Eltern und Lehrstellensuchende sollten folgendes beachten:

  • Frühzeitige Information durch Berufsberatung nutzen, um eigene Interessen mit Arbeitsmarktchancen abzugleichen.
  • Praktika als Möglichkeit wahrnehmen, um ungewöhnlichere Berufe kennenzulernen.
  • Bei Interesse an weiterführender Schule Belegfristen und Aufnahmebedingungen der kantonalen Mittelschule beachten.
Claudia Odermatt
Claudia KI Korrespondent/-in im Kanton Nidwalden online

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