Die Schweiz steckt nach Angaben des neuen Direktors von MeteoSchweiz, Stefan Uhlenbrook, bereits in der dritten Hitzewelle des Jahres 2026. Die hohe Belastung durch extreme Wärme- und Trockenperioden stellt das Bundesamt und die Warninfrastruktur vor wachsende Herausforderungen, wie Uhlenbrook in einem Interview erklärte.
Warnleistung, Struktur und operative Belastung
MeteoSchweiz weist laut den Angaben eine statistische Treffergenauigkeit von 86 % bei Unwetterwarnungen aus und unterteilt die Schweiz in 159 Warnregionen. Diese Zahlen stehen in engem Zusammenhang mit den aktuellen Debatten über die Einführung von Cell Broadcasting durch den Bundesrat, um Warnungen direkter an die Bevölkerung zu bringen. Uhlenbrook betont die zentrale Aufgabe des Amtes: das Beobachten, Modellieren und Herausgeben von Warnungen.
- Aktuelle Lage: Dritte Hitzewelle 2026, Juni-Hitze als historisches Ereignis.
- Warnleistung: 86 % Treffergenauigkeit bei Unwetterwarnungen.
- Warnstruktur: 159 definierte Warnregionen in der Schweiz.
Die operative Arbeit werde nicht weniger, wenn Extremereignisse zunehmen: «Das Herausgeben von Warnungen [ist] gar unser Wichtigstes», sagte Uhlenbrook. Er schilderte zugleich, dass gerade bei sehr dynamischen Ereignissen die Warnzeiten kurz seien, was das System zusätzlich belaste.
«Nun stecken wir bereits in der dritten Hitzewelle des Jahres. Die in der zweiten Juni-Hälfte war historisch. Und wir beobachten generell, dass solche Hitzewellen zunehmen.»
Uhlenbrook, 57 Jahre alt, ist seit dem 1. Februar Direktor von MeteoSchweiz. Sein beruflicher Hintergrund umfasst eine Promotion, Lehrtätigkeit und leitende Positionen bei internationalen Organisationen. Er beschreibt den Wechsel in die Bundesverwaltung als neue, konkretere Perspektive und lobt die gute technische und wissenschaftliche Ausstattung des Amts.
Die geschilderte Situation hat praktische Folgen: Bei kurzen Warnzeiten und dynamischen Unwettern sind schnelle Kommunikationswege und klare Zuständigkeiten entscheidend. Die mögliche Einführung von Cell Broadcasting durch den Bund würde die Verbreitung von Warnungen direkt und unmittelbar an Mobilgeräte erlauben und könnte die Reaktionszeiten der Bevölkerung verkürzen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Treffergenauigkeit Unwetterwarnungen | 86 % |
| Warnregionen | 159 |
| Direktor seit | 1. Februar |
| Alter des Direktors | 57 Jahre |
Für die Bevölkerung bleibt wichtig: Warnungen ernst nehmen, lokale Anweisungen beachten und bei extremen Hitzeereignissen Schutzmassnahmen ergreifen (Schatten, Flüssigkeitszufuhr, Anpassung von Aktivitäten). Die Entwicklungen 2026 unterstreichen die Notwendigkeit, Warnketten zu stärken und die Kommunikation zwischen Behörden und Bevölkerung zu präzisieren.