Misenso: Konkurs und sofortige Schliessungen
Die ehemalige Migros-Tochter Misenso hat Konkurs angemeldet. Laut Angaben des Mutterkonzerns, der neuroth-Gruppe aus Graz, sind alle 18 Filialen in der Schweiz bis auf Weiteres geschlossen. Betroffen sind nach aktuellen Informationen rund 140 Mitarbeitende. An den Filialtüren weisen Aushänge Kundeninnen und Kunden auf die vorläufige Schliessung hin.
Ursachen und Vorgeschichte
Die neuroth-Sprecherin bzw. der Sprecher macht die finanzielle Lage als Ursache geltend: Das Unternehmen sei überschuldet, weshalb der Konkurs unvermeidbar gewesen sei. Misenso sei vor sechs Jahren als Tochtergesellschaft der Migros gegründet worden und wechselte 2024 in die Hände der neuroth-Gruppe, die mit ehrgeizigen Expansionsplänen übernommen hatte. Diese Pläne hätten sich jedoch nicht ausgezahlt; bereits 2025 waren laut Berichten 11 von 29 Filialen geschlossen worden.
«Das Unternehmen ist überschuldet, dieser Schritt war daher unvermeidbar.»
Konsequenzen für Mitarbeitende und Kundschaft
Die sofortige Schliessung der Läden hinterlässt mehrere direkte Auswirkungen: Mitarbeitende stehen ohne gesicherte Arbeit da, Kundinnen und Kunden können ihre Termine für Sehtests, Anpassungen von Hörgeräten oder Garantieleistungen nicht mehr wahrnehmen. Die telefonische Erreichbarkeit ist ebenfalls zusammengebrochen; der Kundendienst verweisst auf Anrufbeantworter mit der Information, dass das Telefon nicht mehr bedient werde.
- Filialnetz: 18 Standorte in der Schweiz geschlossen
- Beschäftigte: rund 140 Personen betroffen
- Hintergrund: Übernahme durch Neuroth 2024; Unternehmen seit Gründung in der Verlustzone
Wirtschaftliche und sektorale Einordnung
Misenso betrieb sowohl Hörgeräte- als auch Augenoptik-Fachgeschäfte, viele davon innerhalb von Migros-Filialen. Der Rückzug reduziert das Angebot an preislich positionierter Versorgung in diesen Bereichen und kann Druck auf Konkurrenz und Preise ausüben, insbesondere in Regionen, in denen Misenso ein wichtiges Standortnetz unterhielt. Für die Migros bedeutet der Wegfall von Mietern in ihren Filialen kurzfristig Leerstand oder die Notwendigkeit, schnell Ersatzmieter zu finden.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Anzahl geschlossene Filialen | 18 |
| Betroffene Mitarbeitende | rund 140 |
| Übernahme durch Neuroth | 2024 |
| Frühere Filialreduktion (2025) | 11 von 29 |
Ausblick
Ob sich Teile des Geschäfts verkaufen lassen oder einzelne Standorte kurzfristig wieder öffnen können, ist derzeit unklar; der Mutterkonzern hat den Konkurs offiziell angemeldet. Für die Betroffenen bleiben nun Fragen zu Lohnfortzahlungen, Arbeitslosigkeit und möglichen Übernahmen. Für Kundinnen und Kunden wird relevant sein, wie Garantien und Serviceleistungen abgewickelt werden, falls dazu im Konkursverfahren keine klare Lösung gefunden wird.
Die Lage zeigt die Risiken, die mit ambitionierten Expansionsplänen in umkämpften Retailmärkten verbunden sind – insbesondere in spezialisierten Gesundheitsbereichen, in denen regulatorische Vorgaben, Servicekontinuität und Vertrauen eine grosse Rolle spielen.