Traditionelle Heimreise führt frisch Diplomierte zurück ins Wallis
Mit dem Bachelor-Diplom in der Tasche haben Mitglieder des Walliservereins der Hochschule Luzern (HSLU) am Sonntagmorgen ihre Heimreise angetreten – nicht per Bahn, sondern zu Fuss. Der Start erfolgte unter dem Torbogen des Bahnhofs Luzern; von dort haben die Teilnehmenden rund 150 Leistungskilometer vor sich. Der topografische Höhepunkt der Route ist der Grimselpass auf etwa 2200 Metern.
Streckenverlauf und Etappen
Die Wanderung ist in sieben Etappen geplant. Nur zum Beginn der ersten Etappe nutzen die Teilnehmenden den Zug: Von Luzern geht es zunächst mit dem Zug nach Alpnach. Danach folgt die eigentliche Fussstrecke über mehrere Zwischenstationen bis ins Oberwallis.
- Start: Luzern (Abmarsch unter dem Torbogen)
- Mit Zug: Luzern–Alpnach
- Fussroute: Alpnach → Lungern → Guttannen → Grimsel → Reckingen → Ernen → Brig → Baltschieder → Unterbäch (Endziel)
- Höhepunkt: Grimselpass (~2200 m)
- Gesamtdistanz: rund 150 km in sieben Etappen
Historischer Hintergrund und Brauchtum
Die Heimreise zu Fuss ist eine gut gepflegte Tradition der Walliser Studierenden in Luzern. Entstanden ist sie vor etwa 50 Jahren aus einer Idee von sechs Studierenden des damaligen Technikum Luzern, die nach ihrer Diplomübergabe in alter Säumergarderobe Richtung Wallis aufbrachen. Seither wird die Rückkehr ins Wallis von Absolventinnen und Absolventen regelmässig zu Fuss begangen – teils mit historischen Elementen und Brauchtum.
„Nur zum Start der ersten Etappe nehmen wir den Zug“, erklärte Anna Sofie Dörig vom Walliserverein und fügte hinzu: „Wir nehmen am ersten Tag noch Familie und Kollegen, die mit uns studiert haben, mit.“
Saumtradition und Maultier
Auch heuer soll ein Teil der Wanderung in der historischen Säumer-Tracht stattfinden; der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter ab. Zur Tradition gehört zudem ein Lasttier: Ein Maultier begleitet die Gruppe, wie es bereits früher bei den Säumern üblich war. Die Säumer sorgten mit ihren Lasttieren für den Warentransport durch die Alpen; diese historische Praxis wird symbolisch weitergeführt.
Relevanz für Gemeinden und Teilnehmende
Die Route führt durch mehrere Gemeinden der Zentralschweiz und des Wallis. Für lokale Behörden, Tourismusorganisationen und Verkehrsteilnehmende ist die Ankündigung relevant: Wegabschnitte und Übergänge wie der Grimselpass sind wetter- und jahreszeitabhängig. Für Dritte bedeutet eine mehrtägige Gruppenwanderung erhöhte Präsenz auf Wegen und in alpinen Passlagen. Für die Angehörigen bietet die Tradition Gelegenheit zur Teilnahme am ersten Etappenabschnitt und zum gemeinsamen Feiern.
| Etappe (grob) | Orte / Abschnitt |
|---|---|
| 1 | Luzern – Alpnach (Zugstart, dann Fuss) |
| 2 | Alpnach – Lungern – Guttannen |
| 3 | Guttannen – Grimselpass – Reckingen |
| 4 | Reckingen – Ernen |
| 5 | Ernen – Brig |
| 6 | Brig – Baltschieder |
| 7 | Baltschieder – Unterbäch (Ziel) |
Die Veranstaltung verbindet studentisches Brauchtum mit alpenraumbezogenen Traditionen und stellt einen bemerkenswerten Bezug zwischen Bildungsort und Herkunftskanton dar. Für Interessierte empfiehlt es sich, aktuelle Wetterprognosen und Passverhältnisse zu verfolgen, insbesondere für den Grimselpass. Ebenso ist zu beachten, dass historische Kleidung und die Präsenz eines Maultiers besondere Anforderungen an Organisation und Sicherheit stellen.