Praktisches Lernen auf dem Acker: Wertschätzung für Natur und Lebensmittel
Die gemeinnützige Organisation Acker Schweiz fördert mit dem Programm GemüseAckerdemie die Einrichtung naturnaher Lernorte in Kitas, Kindergärten und Schulen. Im Wallis hat die Primarschule Visp bereits 2024 mit dem Projekt begonnen. Lehrpersonen führen seither die Bewirtschaftung und den Unterricht auf dem Acker selbst durch; das Team von Acker Schweiz unterstützte die Schule bei der Neueinrichtung und bietet Fortbildungen an.
Kürzlich fand auf dem Schulacker in Visp die Pflanzung wärmeliebender Kulturen statt, darunter Mais, Kürbis und Tomaten. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei spielerisch, wie Pflanzen wachsen und welche Formen des Wachstums es gibt: in die Höhe, kriechend am Boden oder rankend.
Warum Schulgärten wichtig sind
Die GemüseAckerdemie setzt auf unmittelbares Erleben: Kinder sollen selber pflanzen und selber wässern. Das fördert nicht nur das Verständnis natürlicher Kreisläufe, sondern beeinflusst nachweislich das Essverhalten — Kinder sind eher bereit, Gemüse zu probieren, wenn sie es selbst angebaut haben. Die Massnahme zielt damit zugleich auf Gesunde Ernährung und auf eine grössere Wertschätzung für Lebensmittel.
"Gesunde Ernährung": Studien zeigen, dass Kinder eher bereit sind, Gemüse zu probieren und zu essen, wenn sie es selbst angebaut haben.
Konkrete Effekte für Schulen und Familien
Für die betroffenen Schulstandorte hat das Programm mehrere praktische Konsequenzen:
- Lehrpersonen übernehmen die laufende Betreuung und integrieren den Acker in den Unterricht.
- Acker Schweiz bietet Fortbildungen und punktuelle Unterstützung durch AckerCoaches, insbesondere beim Pflanzstart.
- Gartenarbeit ergänzt das Lernen im Klassenzimmer und fördert motorische Fertigkeiten, Sinneswahrnehmung sowie Teamarbeit.
Für Eltern und Gemeinden bedeutet das Projekt eine verstärkte Auseinandersetzung mit Ernährung und Regionalität: Produkte, die Kinder selbst angebaut haben, werden oft mit grösserer Wertschätzung betrachtet als gekauftes Mitgebrachtes.
Was Schulen wissen sollten
Interessierte Lehrpersonen und Schulgemeinden erhalten von Acker Schweiz Unterstützung beim Aufbau und bei der curricularen Einbindung. Nach der Startphase übernehmen die Lehrkräfte die laufende Arbeit, während Acker Schweiz Fortbildungen anbietet und punktuelle Hilfe stellt. Das Modell erfordert Zeitressourcen im Schulalltag, bietet aber langfristig pädagogischen Mehrwert.
| Ort | Startjahr | Aktuell gepflanzte Kulturen |
|---|---|---|
| Visp (Primarschule) | 2024 | Mais, Kürbis, Tomaten |
Die Initiative im Wallis steht exemplarisch für eine breitere Bewegung, die in Schweizer Schulen vermehrt auf naturnahe Lernorte setzt. Für Eltern, Lehrpersonen und Behörden bleibt zu prüfen, wie solche Projekte nachhaltig in den Bildungsalltag integriert und finanziell sowie organisatorisch getragen werden können.