Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) sind in den vergangenen Wochen Ziel eines Phishing-Angriffs geworden. Link- und anhangshaltige E-Mails wurden im Namen der Institution an externe Empfänger verschickt, nachdem Unbefugte Zugang zu einzelnen E-Mail-Konten erlangt hatten. Nach Angaben der PDAG sind betroffene Konten gesperrt worden; es liegen aktuell keine Hinweise darauf vor, dass Patientendaten abgeleitet wurden.
Was die PDAG unternommen hat
Unmittelbar nach Entdeckung des Vorfalls informierte die PDAG die zuständigen kantonalen und nationalen Behörden und setzte interne Massnahmen um. Mitarbeitende wurden über die Vorkommnisse in Kenntnis gesetzt; alle Passwörter der Angestellten wurden zurückgesetzt. Die PDAG richtete ausserdem eine Meldestelle ein, die rund um die Uhr Beratung zu den empfangenen Spam- und Phishing-Nachrichten anbietet. Temporäre Verzögerungen bei Anmeldeprozessen waren die Folge, sind gemäss Mitteilung inzwischen jedoch behoben.
Empfänger verdächtiger E-Mails mit der Endung "pdag.ch" sollten Dateianhänge und Links nicht öffnen.
Technische Details und Einschätzung
Nach derzeitiger Kenntnis beschränkte sich der Vorfall auf den missbräuchlichen Versand von Spam- und Phishing-Nachrichten. Die PDAG betont, dass bisher keine Hinweise auf einen Abfluss von Patientendaten vorlägen. Gleichzeitig bleibt offen, wie genau die Täter Zugriff auf die Konten erlangten. Als Besonderheit wurde berichtet, dass die Angreifer zum Teil sogar verschlüsselte Nachrichten mit HIN-Verschlüsselung versandt hätten – eine Sicherheitsfunktion, die eigentlich den geschützten Austausch medizinischer Informationen gewährleisten soll.
Was Betroffene und die Öffentlichkeit jetzt wissen sollten
- Öffnen Sie keine Anhänge und klicken Sie nicht auf Links in unerwarteten E-Mails mit der Endung pdag.ch.
- Prüfen Sie bei Unsicherheit den Absender und melden Sie verdächtige Nachrichten entweder an die PDAG-Meldestelle oder an die kantonalen Behörden.
- Mitarbeitende, die Probleme mit der Anmeldung bemerken, sollen den internen IT-Support kontaktieren; die PDAG hat Passwörter bereits zurückgesetzt.
Für Patientinnen und Patienten besteht derzeit nach Angaben der PDAG kein Hinweis auf einen Missbrauch ihrer Gesundheitsdaten. Dennoch ist Misstrauen gegenüber unerwarteten E-Mails angebracht: Phishing-Angriffe versuchen oft, sich als vertrauenswürdige Absender auszugeben, um Zugang zu sensiblen Informationen zu gewinnen oder Schadsoftware zu verbreiten.
| Massnahme | Status |
|---|---|
| Betroffene E-Mail-Konten sperren | Erledigt |
| Passwörter aller Mitarbeitenden zurücksetzen | Erledigt |
| Einrichtung einer Meldestelle für Betroffene | Erledigt (rund um die Uhr erreichbar) |
| Prüfung auf Datenabfluss | Keine Hinweise auf Abfluss von Patientendaten |
Die Warnung der PDAG ist klar: Empfänger sollen vorsichtig sein und E-Mails mit der Absenderkennung pdag.ch kritisch prüfen. Für Anfragen und Meldungen steht die eingerichtete Beratungsstelle zur Verfügung. Für Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons bleibt wichtig: Im Zweifelsfall direkte Kontaktaufnahme mit der PDAG oder Rückfrage bei der eigenen Ansprechperson in der Gesundheitsversorgung.
Langfristig wird die Situation zeigen, ob zusätzliche technische und organisatorische Schutzmassnahmen notwendig sind, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Bis dahin gilt erhöhte Wachsamkeit im Umgang mit elektronischer Kommunikation aus dem Gesundheitsbereich.