Unbefugte nutzten Klinik-E-Mail-Konten für Spam und Phishing
Die Psychiatrischen Dienste Aargau (Pdag) haben in den letzten Wochen mehrere Phishing-Vorfälle registriert. Unbekannte verschafften sich Zugang zu einzelnen E-Mail-Konten und versendeten von dort aus Nachrichten an externe Empfänger. Laut Mitteilung beschränken sich die Vorfälle bisher auf den missbräuchlichen Versand von Spam- und Phishing-Nachrichten; Hinweise auf Datenabfluss oder einen Zugriff auf Patientendossiers wurden nicht genannt.
Reaktion: Sofortige Sperrung und Prüfung durch Expertenteams
Die betroffenen Konten wurden nach eigenen Angaben umgehend gesperrt. Interne und externe IT-Sicherheitsexperten sowie der externe ICT-Dienstleister der Klinik analysieren den Vorfall und verstärken die Sicherheitsmassnahmen. Parallel dazu hat die Klinik begonnen, die Mitarbeitenden verstärkt für den Umgang mit Phishing und weiteren Cyberbedrohungen zu sensibilisieren.
- Empfehlung der Pdag: Öffnen Sie keine Anhänge oder Links aus verdächtigen Mails mit der Endung @pdag.ch.
- Weitere Schritte: Verdächtige Nachrichten als Spam markieren und löschen; bei Klick auf einen Link oder Eingabe von Daten Passwörter sofort ändern und die IT-Abteilung informieren.
- Behörden informiert: Kantonale und nationale Stellen wurden in Kenntnis gesetzt.
Kontext: Cyberangriffe auf Gesundheitsinstitutionen
Cyberangriffe auf medizinische Einrichtungen sind kein Einzelfall: Ende April wurde etwa das Westschweizer Réseau Radiologique Romand (Groupe 3R) Opfer eines Angriffs, bei dem Unternehmensdaten gestohlen wurden. Solche Vorfälle zeigen, wie verwundbar kritische Infrastrukturen auch in der Schweiz sind – mit möglichen Folgen für Betrieb, Datenschutz und Patientenvertrauen.
| Massnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Sperrung | Betroffene E-Mail-Konten wurden blockiert |
| Analyse | Interne und externe IT-Security-Experten prüfen Vorfall |
| Sensibilisierung | Mitarbeitende werden im Umgang mit Phishing geschult |
Was Betroffene und Bevölkerung beachten sollten
Für Patientinnen und Patienten sowie die Öffentlichkeit ist wichtig zu wissen, dass die Pdag bisher keinen Hinweis auf einen Missbrauch von Patientendaten veröffentlicht hat. Trotzdem empfiehlt die Klinik Vorsicht bei E-Mails, die angeblich von Pdag stammen. Im Verdachtsfall sollten Empfänger:
- keine Anhänge öffnen und keine Links anklicken;
- die Nachricht als Spam markieren und löschen;
- bei vermutetem Missbrauch Passwörter ändern und die IT-Abteilung informieren.
Die Psychiatrischen Dienste Aargau arbeiten gemäss Mitteilung an einer Verstärkung der technischen Schutzvorkehrungen. Weitere Informationen werden erwartet, sobald die Analysen der Expertenteams und des externen ICT-Dienstleisters nähere Ergebnisse liefern.