In Kleve hat an diesem Donnerstag der Prozess gegen einen 30-Jährigen begonnen, dem die Staatsanwaltschaft Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Urkundenfälschung vorwirft. Der Angeklagte soll sich mit gefälschten Unterlagen als Notfallsanitäter ausgegeben und sich so bei verschiedenen Arbeitgebern eingestellt haben.
Vorwurf: Falsche Medikamente und Verhinderung des Notarztes
Demnach ereignete sich ein entscheidender Einsatz im August 2025 in Kamp-Lintfort. Ein Patient, schwer herz- und lungenkrank, starb – nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft, weil der vermeintliche Sanitäter ihm falsche Medikamente verabreichte und eine Behandlung durch den Notarzt verhindert haben soll. Das Landgericht hat zunächst die Anklage verlesen; an dem ersten von insgesamt fünf angesetzten Prozesstagen sind mehrere Polizeibeamte als Zeugen geladen.
Frühere Vorfälle und die Rolle von Kolleginnen
Bereits zuvor hatte es bei einem anderen Einsatz in Wermelskirchen eine gefährliche Situation gegeben. Laut Anklage legte der Angeklagte einem Patienten mit Lungenödem eine falsche Infusion. Eine Kollegin bemerkte den Fehler und griff ein, wodurch Schlimmeres verhindert worden sein soll. Diese Vorfälle stehen im Zentrum der Ermittlungen gegen den Mann.
- Angeklagter: 30 Jahre, deutscher Staatsangehöriger
- Vorwürfe: Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Urkundenfälschung
- Schlüsselorte: Kleve (Prozess), Kamp-Lintfort (tödlicher Einsatz, Aug. 2025), Wermelskirchen (früherer Vorfall)
- Prozesstage: fünf angesetzt, erster Tag mit Polizeizeugen
| Datum / Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| August 2025 | Tödlicher Einsatz in Kamp-Lintfort (laut Staatsanwaltschaft) |
| Früher | Gefährliche Situation in Wermelskirchen durch falsche Infusion |
| Prozessbeginn | Erster von fünf Tagen in Kleve |
Die Anklage stützt sich wesentlich auf die Darstellung, dass der Angeklagte durch gefälschte Bewerbungsunterlagen und Urkunden Positionen erlangte, die ihm erlaubten, medizinische Maßnahmen vorzunehmen. Die Staatsanwaltschaft folgert daraus eine direkte Verantwortlichkeit für die Folgen der Behandlungshandlungen.
Für die Gerichtsverhandlung ist bedeutsam, ob die Zeugenaussagen der eingesetzten Polizeibeamten und mögliche medizinische Gutachten die Darstellung der Anklage stützen. Die Entscheidung hat über den konkreten Fall hinaus Relevanz: Sie wirft Fragen zum Prüfverfahren bei medizinischem Personal und zur Sicherstellung auf, dass nur qualifizierte Fachkräfte in Notfallsituationen handeln.
Der Prozess ist auf fünf Tage angesetzt. Zunächst wurde die Anklage verlesen; weitere Vernehmungen und Beweisaufnahmen sollen folgen. Ob und in welchem Umfang medizinische Expertisen eingebracht werden, blieb nach dem ersten Verhandlungstag offen.