Fehlende Infrastruktur schränkt Konzertangebot und Veranstaltende ein
St. Gallen verfügt derzeit nicht über einen geeigneten Konzert- und Veranstaltungsort für mittlere Formate mit 800 bis 1000 Plätzen. Die bestehenden innerstädtischen Lokale — Kugl, Palace und Grabenhalle — fassen jeweils nur zwischen 350 und 500 Besucherinnen und Besucher. Für viele Bands und Produzierende sind diese Kapazitäten zu klein, während die nächste Alternative, die Olma-Hallen, oft deutlich überdimensioniert oder zu teuer ist.
Die Folge: St. Gallen steht auf den Tourneeplänen vieler mittelgrosser Acts selten. Für Musikerinnen und Musiker, deren Haupteinnahmequelle zunehmend Live-Auftritte sind, macht das fehlende mittlere Angebot einen spürbaren Unterschied. Aufwendige Bühnenshows lassen sich in kleinen Sälen kaum realisieren; bei zu grossen Hallen steigen dagegen die Produktionskosten und oftmals auch die Eintrittspreise, was Publikum und Wirtschaftlichkeit belastet.
Warum die Olma-Hallen keine Standardlösung sind
Die Olma-Hallen bieten zwar deutlich höhere Kapazitäten — mit Sitzplätzen bis rund 7500 Personen und bei reinen Stehplatzveranstaltungen sogar bis zu 12'000 —, sind aber nach Aussagen der Betreiberin nicht primär auf Konzertbetrieb ausgerichtet. Katrin Meyerhans, Leiterin Produkte und Mitglied der Geschäftsleitung der Olma Messen, bringt diesen Zwiespalt auf den Punkt:
"Die Olma-Hallen sind für viele Bands oft bereits zu gross. Und da die Messen in erster Linie nicht auf Konzerte ausgerichtet sind, bedeute das wiederum höhere Produktionskosten."
Die Olma zeigt sich dennoch offen für spezialisierte Veranstaltende und Agenturen, die grössere Produktionen planen. Praktisch bleibt für viele aber die Lücke zwischen kleinen Klubräumen und den Messehallen.
Frühere Projekte scheiterten
Mehrere Projekte, die eine Halle mittlerer Grösse in St. Gallen schaffen wollten, sind in jüngerer Zeit am Widerstand gescheitert. Als Gründe nennt die Berichterstattung Einsprachen, Abstimmungen und Rechtsstreitigkeiten. Damit fehlen der Stadt weiterhin feste Möglichkeiten, regelmässig Acts der mittleren Kategorie anzuziehen und entsprechende Konzertreihen zu etablieren.
- Bestehende Konzerträume: Kugl, Palace, Grabenhalle (je 350–500 Plätze).
- Naheliegende Alternative: Olma-Hallen (Sitzplätze ~7500, Stehplätze bis 12'000).
- Gesuchte Lücke: Hallen mit 800–1000 Plätzen.
Auswirkungen für Publikum und Veranstaltende
Für Konzertbesucherinnen und -besucher bedeutet das Angebotdefizit weniger Vielfalt: Mittelgrosse internationale und nationale Acts treten seltener in St. Gallen auf. Für Veranstaltende resultiert daraus eine schwierige Wirtschaftlichkeitsrechnung: In zu kleinen Räumen sind aufwendige Shows nicht realisierbar; in zu grossen Objekten steigen fixe Kosten und organisatorischer Aufwand.
| Ort | Kapazität | Bemerkung |
|---|---|---|
| Kugl / Palace / Grabenhalle | 350–500 | Städtische Klub- und Veranstaltungsorte |
| Olma-Hallen | 7500 (Sitz) / 12'000 (Steh) | Hallen für Messen; häufig zu gross für viele Bands |
| Gesuchte Halle | 800–1000 | Fehlende Kapazitätsstufe in der Stadt |
Ob und wann in St. Gallen wieder ein geeigneter Veranstaltungsort für mittlere Konzerte entsteht, ist offen. Solange Projekte an Einsprachen, Abstimmungen oder Rechtsstreitigkeiten scheitern, bleibt die Stadt für zahlreiche Bands weniger attraktiv. Das wirkt sich langfristig auch auf das kulturelle Angebot und die lokale Musikszene aus.