Stadtpark Obere Weierwise: Pläne wegen Baugrund verworfen
Die Stadt Wil hat die Pläne für einen grossen Naturweiher mit Bademöglichkeit im geplanten Stadtpark Obere Weierwise aufgegeben. Detaillierte Baugrund- und Grundwasseruntersuchungen hätten ergeben, dass sich die Anlage in der vorgesehenen Form nicht realisieren lasse, teilte die Stadt mit. Die Untersuchungen zeigten mehrere kaum wasserdurchlässige Bodenschichten, die zwar wie eine natürliche Abdichtung wirken, gleichzeitig aber den Bau und den späteren Betrieb des Weihers erheblich erschweren.
Die Konsequenz: Würde das Gelände bis zur erforderlichen Tiefe ausgehoben, könne der Wasserdruck aus dem Untergrund den Baugrund instabil machen und die Baugrube rasch mit Grundwasser füllen. Zudem bestünde das Risiko, dass Veränderungen des Grundwasserspiegels zu Bodensetzungen führten, die benachbarte Bauwerke wie den Hofbergdamm oder die Badi Weierwise beschädigen könnten.
„Aufgrund der Erkenntnisse aus der nun weiter fortgeschrittenen Planung muss auf den Bau eines grossen Naturweihers mit Bademöglichkeit verzichtet werden.“
Neues Konzept: Wasserlandschaft statt Badeweiher
Statt des ursprünglich vorgesehenen grossen Weihers verfolgt die Stadt ein angepasstes Konzept: Vorgesehen ist eine Wasserlandschaft mit abwechslungsreichem Verlauf des Krebsbachs, spielerischen Wasserbereichen in Form von Quelltöpfen sowie flachen Wasserflächen. Aktuell liefen zudem Abklärungen, ob ein kleinerer Weiher möglich sei, schreibt die Stadt.
- Wegfall des grossen Naturweihers mit Badezone
- Umsetzung einer Wasserlandschaft mit Quelltöpfen und flachen Wasserflächen
- Weitere Abklärungen für einen allenfalls kleineren Weiher
Die Anpassung ist sowohl ein planerischer als auch ein sicherheitsrelevanter Schritt. Sie vermeidet potenzielle Schäden an bestehender Infrastruktur und reduziert Risiken im Zusammenhang mit unberechenbaren Grundwasserverhältnissen. Für die Bevölkerung verändert sich dadurch das künftige Angebot: Statt einer klassischen Badestelle sind attraktive, aber flachere und weniger tiefgreifende Wassererlebnisse vorgesehen.
Auswirkungen für Wil und offene Fragen
Die Entscheidung hat mehrere lokale Folgen. Sie schränkt die Möglichkeit ein, künftig mitten in der Stadt ein grösseres Badeangebot zu nutzen. Gleichzeitig mindert sie das Risiko baubedingter Schäden an Nachbaranlagen. Offen bleibt, wie gross ein allfälliger kleinerer Weiher sein könnte und mit welchem Zeitplan das Projekt weitergeführt wird. Auch Kosten und Finanzierungsfolgen sind in der Mitteilung nicht detailliert aufgeführt.
| Aspekt | Ursprünglicher Plan | Aktueller Stand |
|---|---|---|
| Wasseranlage | Grosses Naturweiher mit Bademöglichkeit | Wasserlandschaft mit Quelltöpfen und flachen Flächen; Prüfung eines kleineren Weihers |
| Sicherheitsrisiko | Unbekannt / technisch anspruchsvoll | Risiko von Instabilität und Bodensetzungen durch Grundwasserdruck |
| Infrastruktur | Keine besondere Gefährdung erwartet | Gefahr für Hofbergdamm und Badi Weierwise bei Umsetzung des ursprünglichen Plans |
Die Stadt bezeichnet das nun vorgeschlagene Konzept als Anpassung an die natürlichen Gegebenheiten. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Wil bedeutet dies: Der geplante Stadtpark bleibt eine Chance für zusätzliche Naherholungsflächen, wird aber ohne das ursprünglich angekündigte zentrale Badeangebot realisiert.