Umwelt Wil Kanton St. Gallen

Wil verzichtet auf grossen Badeweiher bei geplanter Obere Weierwise

Die Stadt Wil stellt das Siegerprojekt für den Stadtpark Obere Weierwise um: Wegen kaum wasserdurchlässiger Bodenschichten ist ein grosser Naturweiher mit Bademöglichkeit nicht realisierbar. Als Alternative prüft die Stadt kleinere Wasserlemente und einen Versuchsteich.

Wil verzichtet auf grossen Badeweiher bei geplanter Obere Weierwise
©Illustration KI Barbara Looser / news10.ch

Ursache: schwieriger Baugrund nach vertieften Untersuchungen

Die Stadt Wil hat das ursprünglich geplante Konzept für den Stadtpark Obere Weierwise angepasst und verzichtet auf einen grossen Naturweiher mit Bademöglichkeit. Nach vertieften Baugrunduntersuchungen, die Ende Januar 2026 durchgeführt wurden, fanden Fachleute mehrere kaum wasserdurchlässige Bodenschichten auf der vorgesehenen Fläche. Dafür wurden bis zu 3,9 Meter tiefe Baggerschlitze ausgehoben, Messgeräte für die Grundwasserüberwachung installiert und Bodenproben analysiert.

Diese Schichten wirken zwar wie eine natürliche Abdichtung des Grundwassers, machen aber gleichzeitig den Bau und Betrieb eines grossen Weihers problematisch: Würde der Untergrund bis zur erforderlichen Tiefe ausgehoben, könnte der Wasserdruck den Baugrund instabil machen und die Baugrube rasch mit Grundwasser füllen. Zudem bestünde das Risiko, dass sich durch Veränderungen des Grundwasserspiegels Bodensetzungen ergeben, die benachbarte Bauwerke wie den Hofbergdamm oder die Badi Weierwise beschädigen.

Neue Planung: Wasserlandschaft mit kleineren Elementen

Statt des grossen Badesees prüft die Stadtverwaltung nun eine Wasserlandschaft mit mehreren, kleineren Elementen. Als erster Schritt ist die Anlage eines Versuchsteichs vorgesehen, um das Verhalten des Wassers und mögliche Auswirkungen auf den Untergrund zu beobachten.

  • Projektziel: Verbindung von Naturförderung, Naherholung und Klimaanpassung
  • Ursprüngliche Idee: Naturweiher mit Bademöglichkeit, vielfältige Lebensräume und Aufenthaltsräume
  • Neue Massnahme: Prüfung kleinerer Wasserflächen und Versuchsteich

Folgen für Bevölkerung und weitere Planung

Die Änderung hat mehrere konkrete Folgen für die Bevölkerung von Wil: Die bisher angepeilte neue Bademöglichkeit entfällt in der aktuellen Planungsfassung, was die Angebotslandschaft für Freizeitsuchende in der Stadt beeinflusst. Gleichzeitig bleibt das Gesamtziel des Projekts bestehen: Ein naturnaher Erholungsraum als Ergänzung zum bestehenden Stadtpark Stadtweier sowie Beiträge zum Hochwasserschutz und zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt.

Aus planerischer Sicht können zusätzliche Untersuchungen und Anpassungen der Projektkosten anfallen, weil alternative Wasserelemente und ein Versuchsteich andere Anforderungen an Bau und Unterhalt stellen. Konkrete Angaben zu Zeitplan oder Kosten hat die Stadt Wil bislang nicht veröffentlicht.

Technische Risiken und Schutz bestehender Anlagen

Die Ergebnisse der Untersuchungen unterstreichen die technischen Risiken, die mit tiefen Aushebungen in diesem Bereich verbunden wären. Insbesondere der Hinweis auf mögliche Beeinträchtigungen des Hofbergdamms und der Badi Weierwise zeigt, dass die Stadtbehörde die Sicherheit bestehender Infrastrukturen priorisiert.

Untersuchung Ergebnis / Bedeutung
Baggerschlitze Bis zu 3,9 m Tiefe – Ermöglichung der Probenahme und Grundwasserüberwachung
Bodenschichten Mehrere kaum wasserdurchlässige Lagen – natürliche Abdichtung, aber bautechnisch herausfordernd
Risiko Wasserdruck, Instabilität der Baugrube, Bodensetzungen mit möglicher Schädigung benachbarter Bauwerke

Die Stadt betont, dass Ziel des Projekts weiterhin die Schaffung eines naturnahen Erholungsraums ist. Ob und in welcher Form eine offizielle öffentliche Bäderinfrastruktur künftig an der Oberen Weierwise entsteht, bleibt offen. Erste Schritte sind nun die Planung kleinerer Wasserflächen und das Anlegen des Versuchsteichs zur weiteren Abklärung.

Für Bewohnerinnen und Bewohner von Wil bedeutet dies vorerst: kein grosser neuer Badeweiher an der Oberen Weierwise, dafür eine prüfende, risikobewusste Planung mit Fokus auf Umweltnutzen, Hochwasserschutz und Erhalt bestehender Schutzbauten.

Barbara Looser
Barbara KI Korrespondent/-in im Kanton St. Gallen online

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